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Lennon ist tot II

16. Januar 2011

Irgendwie verfolgt es mich ja doch.

Da schenkt mir meine große Tochter die neue Biographie von John Lennon. Zum Geburtstag. Will ich doch gar nicht wissen. Aber kann ich ihr das sagen? Natürlich nicht! Also lese ich das. Schließlich muss ich ihr später was erzählen.

Es ist fast so, wie ich es mir dachte, nur etwas früher und englisch. Nicht in Englisch als Sprache, es handelt von englischen Umständen. Also, die Art und Weise, wie die in England aufgewachsen sind, hat sich von der unseren nicht sehr unterschieden. Spießig war das überall und ärmlich auch. Nur, dass die die Guten waren und wir die Bösen.

Der John Lennon das war eine arme Wurst und auf Dauer nicht zu ertragen. Der mochte sich selbst nicht. Erstaunlich, dass die Menschen um ihn herum so geduldig waren. Wir haben schon immer geahnt, das Genies so sein müssen, aber, dass sie so sind … boah.

Dieses Buch erklärt vieles, auch das Leben von John Lennon. Es ist eine Zeitreise, die etwa im Weltkrieg II beginnt und mit einem Schuss am 8. Dezember 1980 endet.

So schnell habe ich tausend Seiten noch nie gelesen. Die Musik der Beatles und ihrer Nachfolger erklärt es nicht. Die mag man oder man lässt es bleiben.

Philip Norman: John Lennon. Eine Biographie. Weltbild 2010
ISBN: 987-3-8289-3253-1

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From → Liebe, Musik

7 Kommentare
  1. Auch wenn ein Todestag nicht der Augenblick ist zu sagen, ich habe etwas mit Vergnügen gelesen – aber bei deinem Artikel war es halt so (schon die Einleitung „aber kann ich ihr das sagen?“ typisch höflicher lieber Vater 🙂 und über die arme Wurst musste ich schmunzeln und ein bisschen schäme ich mich dafür, dass mir auch noch dauernd die Nacktbilder von ihm mit Yoko in den Sinn kommen)
    Herzliche Mittwochsgrüße von
    Marlis

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  2. Ich erinnere mich noch gut an den 8. Dezember 1980. an diesem Tag war ich ein fassungsloses Kind.
    Obwohl ich lustig sein sollte, weil mein Bruder Geburtstag feierte, war ich sehr traurig. Weil es keine neuen Songs von John Lennon mehr geben würde. Weil ich den so sehr mochte und Musikkassetten mit seinen Songs bespielt hatte, die ich (zum Leidwesen meiner genervten Eltern) rauf und runter dudelte. Im Wechsel mit Mozart und Charles Aznavour. Ich verstand nicht, warum jemand, der für Frieden singt, einfach hinterrücks erschossen wird. ‚Ich bin getroffen‘, soll er gesagt haben, bevor er starb. Das war ich auch. Zu dieser Zeit war mein Bild von einer friedlichen Welt bereits gänzlich demontiert.

    Gefällt 1 Person

    • Eingeprägt hat sich mir dieser Tag auch. Es ist vielleicht die älteste Fernseherinnerung, die ich habe: Abends in den Nachrichten Bilder von weinenden Menschen. Draußen war Winter und an den Fingern der Geruch von Mandarinen.

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  3. Was meinst Du denn mit „John Lennon war eine arme Wurst“? 🙂

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    • mickzwo permalink

      ‚John Lennon war eine arme Wurst.‘ Das habe ich vielleicht etwas flapsig formuliert. Im seinen Formulierungen war er oft genauso flapsig. Das passt schon zu ihm – ich glaube das jedenfalls. So habe ich es nicht nur beim Lesen dieses Buches empfunden. Ich, für mein Teil, empfinde großes Mitleid mit mit jemandem, der – warum auch immer – sein Leben lang mit dem Verlust der Eltern zu tun hat. Sein Vater war nicht da, und seine Mutter war mehr so ein Ausfall – jedenfalls als Mutter. Blieb noch seine Tante. Die war gut aber konnte die Eltern nicht ersetzen. Jemand der bis ins Erwachsenenalter eine Heimat sucht und nicht findet – nicht finden kann, ist für mich bedauernswert. Die Musik gibt mir wahrlich genug Hinweise auf diese Vermutung: ‚Mother‘ ( http://www.youtube.com/watch?v=NXv1jNR4tEw ) oder seine Coverversion von ‚Stand by me‘ ( http://www.youtube.com/watch?v=4vSWHkxZgOI ) sind gute Beispiele für meine Vermutung. Beide zählen sie für mich zu den besten Liedern überhaupt. Ob ‚Watching the wheels‘ besser ( http://www.youtube.com/watch?v=Da69-pu_pqc ) oder genauso gut ist, hängt sicherlich mit der Tagesform des Hörers zusammen. In jedem Fall hat man den Eindruck, jetzt hat er etwas gefunden und dann kam schon das Ende in der Form dieses irregeleiteten Fans. Ich finde, der war über weite Strecken ganz schön arm und auch einsam. Darum habe ich ‚arme Wurst‘ geschrieben. Das tut seiner Großartigkeit keinen Abbruch. Für mich jedenfalls nicht.

      LG, mick.

      Gefällt 2 Personen

  4. mickzwo permalink

    Hat dies auf Alles mit Links. rebloggt und kommentierte:

    Morgen ist der Todestag von John Lennon. Habe ich im Radio gehört. So ein Todestag ist ja im Grunde blöd. Er ist übrigens am 9.Oktober 1940 geboren. Das wär mal ein Tag zum feiern. Nicht so ein Todestag. Und deswegen wird das Fußballbuch einfach für diesen verfrühten reblog verschoben. Denn seine Musik ist super.

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Trackbacks & Pingbacks

  1. Der Schatten meines Vaters « alles mit links

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