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Unser allerbestes Jahr

4. April 2011

So kann man das nicht machen.

Ein Sohn will die Schule abbrechen, weil er keinen Bock mehr auf das Alles hat. Wenn man in so einem Moment feststellt, dass man a: einen Sohn hat, und b: mit ihm mal reden sollte, dann hat man wohl wirklich ein Problem. David Gilmore hatte so ein Problem und tat das Einzige, was er wirklich konnte. Filme gucken, und zwar mit seinem Sohn.

Ein Deal, der für deutsche Ohren erst mal ungewöhnlich klingt, ist für den Sohn dann jedoch ausgesprochen verlockend: die Schule schmeißen, um mit dem Vater ein paar Filme zu gucken. Bedingung: die Filme sind vom Vater ausgewählt. Ohne Diskussion. Zum Erstaunen aller ist das wirklich so passiert.

Die Geschichte beschreibt, wie zwei erst mal überfordert sind. Aus Angst und Hoffnung wird mit Zähigkeit Vertrauen und Achtsamkeit. Zwei nähern sich an, verlieren und finden sich. Schließlich wachsen sie daran. Am Ende weiß man nicht so genau, wer denn wem geholfen hat beim Wachsen. Aber das spielt auch überhaupt keine Rolle.

Wenn man seine Kinder nicht versteht – und das soll ja durchaus schon mal vorgekommen sein – versucht man es eventuell erst mal bei sich selbst. Aber, so kann man es nicht machen. Außer man ist erfolgloser Filmrezensent und lebt – irgendwo in Amerika.

Kuh hat vergessen, das sie Kalb war, hat meine Oma Frieda in so einem Fall gesagt. Die war ein Mädchen aus Ostpreußen, und Recht hatte sie!

David Gilmore: Unser allerbestes Jahr. Fischer Verlag 2009. ISBN 978-3-596-18224-4 (In guten Bibliotheken und im Buchhandel.)

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From → Liebe

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