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Da geht ein Mensch

12. Juni 2011

Ein neugieriger Junge aus den Karpaten erobert die Welt. Er hat viele Geschwister, wie viele wird nicht so genau gesagt. Jedenfalls sind es viele, und jedenfalls gehört Jessaja zu den Kleineren. Ausgerechnet bei ihm hat die kleine Mutter bedenken. So was hat die Welt noch nicht gesehen.

Die Welt das ist Galizien, damals noch österreichisch, hinterste Provinz. Werbowitz ist ein Dorf am Rande der Karpaten. Dann kommt lange nichts, dann ein ebenso kleines Dorf oder ein etwas größeres. Auf jeden Fall ist das weit weg und kaum zu erreichen. Die kleine Mutter bockt, weiß nicht warum und niemand versteht sie. Klar, sie versteht es ja auch nicht. Auf jeden Fall wird nach langem hin und her dann doch ein Kind geboren, und danach noch eins und noch eins … So sicher wie der Frühling in den Karpaten erscheint, so kommen die Kinderchen.

Dieses Kind betrachtet seine kleine Welt, wächst, lernt eine Arbeit, flieht, kommt in die große Welt, lernt noch eine Arbeit, entschließt sich und wird erwachsen. Dabei trifft er natürlich die unterschiedlichsten Menschen in den unterschiedlichsten Situationen. Immer ist er neugierig und gerade als er glaubt angekommen zu sein, beginnt der große Krieg (WK I) und alles fängt von vorne an..

Der große Krieg ist eine Episode, eine lange zwar und lebensgefährlich aber eben eine Episode. Dank seiner beharrlichen Weigerung zu sterben verbunden mit der nötigen Portion Glück wächst er auch jetzt. Bleibt neugierig und staunt. Mit dem Wachsen lernt er die Not kennen und was es bedeutet ein Jude zu sein. Seinen Namen hat er geändert, seine Herkunft nicht. Sein großes Thema ist der Shylock aus dem Kaufmann von Venedig.

Sollen dann die Menschen sehen, was es für Menschen gibt! lautet ein Satz aus dieser Geschichte, die ich nicht nur wegen der Sprache bemerkenswert finde. Sie handelt von Heimat und Liebe, wie man sein zu Hause findet und niemals sein Vertrauen verliert.

Alexander Granach: Da geht ein Mensch. btb 2007, ISBN 978 3 442 73603 4

In guten Bibliotheken und im Handel.

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From → Liebe

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