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Nur zur Ansicht

12. August 2011

Diesen Autor kannte ich nur aus dem Fernsehen. Er war mir wirklich unsympathisch. Zu feingliedrig, zu intellektuell. Immer unaufgeregt, pointiert… Dabei eloquent und gepflegt. Schwiegermütter mögen so etwas.

Dann hatte ich den Titel in der Hand: Nur zur Ansicht. Möglicherweise hat sich den ja auch ein Lektor oder eine Lektorin ausgedacht. Aber: wer sich so versonnen neben einen Feuerlöscher setzen kann um einen Gedanken auf zu schreiben, der muss Humor haben. Der ist feingliedrig – intellektuell, unaufgeregt, und pointiert… Ob der sich die Worte ausdenkt oder sie einfach nur zur Verfügung hat? Er benutzt sie eher beiläufig. Dabei entstehen Geschichten, die manchmal abseitig sind und oft im wahrsten Sinne des Wortes merkwürdig. Von Interesse für mich waren sie immer.*

Zu einem Geburtstag habe ich eine Postkarte mit einem Spruch von Stanislaw Jerzy Lec bekommen: Hinter jeder Ecke lauern ein paar Richtungen. Jedes Buch bekommt das Lesezeichen, das es verdient. Bei Erdmöbel heißt es irgendwo: Arbeiten aber heißt unternehmen. Etwas anderes zu denken als man zuvor dachte.** Genau. Ich habe gearbeitet. Und nun betrachte ich, was dabei herausgekommen ist. Gar nicht übel.

* Lesenswert in diesem Zusammenhang gerade auch: Das erblindete Medium in Roger Willemsen, ebenda S.75ff. Oder: Kleine Geschichte des „Anderen“, S.223ff. Oder: Der Einzig Wahre. Über Karl Kraus. S.271ff. Oder finden Sie es doch selbst heraus.
** Erdmöbel: Krokus. (hier: Arbeiten.) 4698861 (Edel)

Roger Willemsen: Nur zur Ansicht. Gesammelte Essays. ISBN 3 596 17523 2 FischerTB
Siehe dazu auch Momentum.
In guten Bibliotheken und im Handel.

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From → Sprache

6 Kommentare
  1. mickzwo permalink

    Hat dies auf Alles mit Links. rebloggt.

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  2. mickzwo permalink

    Den „Knacks“ habe ich auch schnell bei Seite gelegt. Es kommt wohl immer auch darauf an, wie man selbst gerade drauf ist.
    Trotzdem glaube ich auch: der hat es in sich. Ob man seine Theorien auf Anhieb versteht oder ihnen folgt ist meiner Ansicht nach nicht so wichtig. Von Belang finde ich (jedenfalls bei solcher Art von Literatur), dass man sich mit einem Gedanken auseinander setzt.

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  3. An Geschriebenem kenne ich nur „Der Knacks“ von Willemsen. Den Grundgedanken fand ich gut, seine sich darum herum rankenden Theorien zunehmend verstiegen, will sagen, ich konnte ihm irgendwann nicht mehr folgen. Jetzt habe ich hier „Kleine Lichter“ liegen. Mal sehen. Ein Willemsen hat es, glaube ich, immer in sich.

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