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Winter in Maine

6. September 2011

Durchgeknallt. Er ist einfach durchgeknallt. Er heißt Julius Winsome und führt sich auf, wie der Winter in Maine: total ruhig und gewaltsam. Beiläufig geschieht alles, und es wird auch so von ihm berichtet. Er führt einen Plan aus. Pläne sind manchmal da und werden nicht unbedingt von den Protagonisten geschmiedet. Einmal erkannt  müssen sie umgesetzt werden.
Etwas grandios bleibt er berechenbar und absolut zielstrebig. Er agiert also folgerichtig durchgeknallt. Einmal Prämissen gesetzt arbeitet er seine Realität  kühl und effizient ab. Ein Schalter ist umgelegt, ein Kabelbrand im Kopf, eine alte Verletzung führt zu einem Entschluss; im Bauch oder sonst wo getroffen. Es gibt solche Pathologien. Die Nachrichten sind voll davon und wir hoffen, dass es nach Möglichkeit nicht in unserer Nähe passiert. Eher beiläufig bemerkt er einmal: Von Leuten wie mir muss man sich fernhalten, dann kann einem nichts passieren. (S.206)
Diese Urgewalt scheint durch nichts aufhaltbar, rückgängig zu machen ist sie sowieso nicht. Sie ist minuziös und egozentrisch. Schauderhaft.

Dies ist ein Buch, das ich nicht mit Vergnügen gelesen habe. Ich war eher wie paralysiert. Unterhaltung sieht anders aus, Spannung auch. Wohl eher ist es Staunen und Respekt vor der schriftstellerischen Leistung.

Gerard Donovan: Winter in Maine. btb 2011, ISBN 978 3 442 74224 0

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From → Liebe

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