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Alles Land

25. Oktober 2011

Wenn etwas leicht ist, dann taugt es wohl nicht.

Dreimal in Grönland gewesen und dort auch verendet. Dazwischen versucht halbwegs bürgerlich zu Leben. Immer auf der Suche, immer von Sehnsüchten geplagt. Es gibt die Wahrheit und man muss sie doch finden. Man kann sie finden, wenn man nur genau genug hin sieht.

Als ich die Vita des Alfred Wegener las, da war mein erster Gedanke: Wenigstens sind ihm diese verdammten dreissiger Jahre in Deutschland und der ganze andere Mist erspart geblieben! (Das ist vielleicht meine Wahrheit, andere Baustelle.)

Alfred Wegener ist 1930 in Grönland gestorben, bei dem Versuch den Menschen zu beweisen, dass man den Winter über mitten im Eis kampieren kann. Was er da noch wollte? Vermutlich die Wahrheit finden und sie allen vor Augen führen. Die Annahme war ja, dass die Kontinente auf der Erdkugel schwimmen.

Alfred Wegener kam viel zu früh mit dem Gedanken heraus und alle Welt hielt ihn dafür für etwas hirnrissig. Alle Welt bedeutete damals wie heute: die anderen Wissenschaftler. Das normale Publikum nahm, wenn überhaupt, nur am Rande Notiz von alldem. Das hat sich bis heute wohl nicht geändert.

Wegener war privat ein ordentlicher akribischer und aufmerksamer Zeitgenosse, feinfühlig. Nicht unbedingt angenehm, zu mindest nicht auf den ersten Blick. Denn neben seinen privaten Belangen war er ja auch noch Forscher. Als solcher war er genial.

Jemand mit grossen Zielen und kleinen Absichten – könnte man so sagen. Wenn man sich so einen Menschen genauer an sieht, dann kann man ihn mögen und auch lieben. Vielleicht muss man dazu auch etwas genial sein, in jedem Falle aber großartig. So einem Menschen kann man beistehen, wenn man es kann. Ablenken oder gar aufhalten funktioniert allerdings niemals.

Leicht ist das nicht. Wie alle genialen Menschen hatte Wegener einen Hang zum Rückzug in sich selbst. Er war Eigenbrötler. Bleibt einem ja nichts übrig, wenn man die Wahrheit sucht und kaum jemand auch nur einen Gedanken daran verschwendet, dass es so sein könnte.

Kann sein, das alles hier ist nur Katzendreck. Meine Ansichten über Alfred Wegener verdanke ich dem Roman von Jo Lendle und dem Artikel aus Wikipedia.

Mir reicht das für den Moment.

Jo Lendle: Alles Land. Roman. Deutsche Verlags-Anstalt 2011.
ISBN: 978 3 421 04525 6

Was wir Liebe nennen

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From → Liebe

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