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Hide*Out

21. September 2012

Es war wirklich ein Scheißtag!
Nachdem ich Hide*Out eher zufällig in die Hand bekam und mit zunehmender Lektüre es dringender fand weiter zu lesen, musste ich dann am Ende feststellen, dass ich den zweiten Band einer Trilogie gefressen hatte. Mist. Also wurde Band 3 bestellt und insgeheim ägerte mich ein wenig, dass ich nicht mit Band 1 begonnen hatte.

Ein bisschen mehr Sorgfalt ist beim Lesen manchmal dann doch von Vorteil. Diese Out-Trilogie ist in der Wikipedia* hinlänglich beschrieben, darum will ich es hier erst gar nicht versuchen. Aber was ist denn so spannend an dieser Geschichte?

E. Kästner hat es im Gedicht Kleines Solo einmal so gesagt:

Einsam bist du sehr alleine.
Aus der Wanduhr tropft die Zeit.
Stehst am Fenster. Starrst auf Steine.
Träumst von Liebe. Glaubst an keine.
Kennst das Leben. Weißt Bescheid. (…)**

Als der das so geschrieben hat, war Internet und künstliche Intelligenz noch lange nicht in Sicht. Aber Probleme, die Menschen um- und antrieben, waren sehr vergleichbar und ausgesprochen modern. Anschluß finden, Gemeinsamkeiten entdecken, aus- und abgesondert sein, manipuliert werden.

Das alles zu merken oder nicht, dagegen ankämpfen oder mit dem Strom schwimmen: auf sich zu achten war immer schwierig. Ziemlich genau in der zeitlichen Mitte zwischen Time*Out und Kleines Solo liegt der Song Father and Son von Cat Stevens (um nur ein Beispiel zu nennen).

Das ist halt immer so eine Sache, mit den Ideen. (Time*Out, S. 341) Christopher ist 17, muß die Welt retten und Serenity beschützen, weil er es – sich selbst – versprochen hat. Schlußendlich muß er tun was alle versuchen sollten: sich von den Eltern lösen und Liebe finden, also erwachsen werden. Ein ziemliches Pensum. Dazwischen immer Gedanken, die einen nicht loslassen, Unsicherheiten, Irrwege und schwierige Entscheidungen.

Klar in einem gut gemachten Thriller gehört sich das so, die Stereotypen sind aufeinander abgestimmt und die Wendungen sind hoffentlich nicht vorhersehbar. Man will sich ja trotz alldem unterhalten lassen. Die Hauptpersonen sind gut gezeichnet und aktuell ist das Ding auch noch. Super.

Die Verbundenheit dieses Computer*Kid mit den Jugendlichen aller Zeiten ist sehr groß. Trotz allem Mist, der hier geschildert wird, bin ich doch am Ende zuversichtlich. Dass die Probleme von Menschen, ihren Platz im Leben zu finden, mit der Pubertät nicht zu Ende sind beruhigt mich dagegen überhaupt nicht.

Aber es versöhnt mich mit vielem, was an Chaos so täglich auf mich hereinbricht. Ideen, die einmal in der Welt sind, lassen sich ja bekanntlich nicht wieder rückgängig machen. Aber es kommen schließlich immer auch neue hinzu, und manchmal verarbeiten ja die einen die anderen.

In guten öffentlichen Bibliotheken und im Handel.

Andreas Eschbach:
Black*Out (Band 1). Arena 2010, ISBN 978-3-401-06062-0. (vertont als Hörbuch, 2010, ISBN 978-3-4012-6587-2.)
Hide*Out (Band 2). Arena 2011, ISBN 978-3-401-06587-8. (vertont als Hörbuch, 2011, ISBN 978-3-4012-6062-4.)
Time*Out (Band 3). Arena 2012, ISBN 978-3-401-06630-1.

* http://de.wikipedia.org/wiki/Black_Out_%28Roman%29
** das Gedicht geht noch weiter und wer wissen will wie, der findet es z.B. hier: Das Erich Kästner-Buch. Herausgegeben von Rolf Hochhut. o.J. Atrium Verlag. S. 167 f: Kleines Solo. Herbst 1947 Schaubude.
Wer noch etwas über Kästner lesen will, kann auch meinen Artikel zu Fabian lesen. Idealerweise nimmt man gleich eines seiner Bücher. Gelegentlich kann man mir davon erzählen 😉

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From → Liebe

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