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Ausgebrannt

9. Oktober 2012

Heute fuhr ich zur Stadt und sah links und rechts der Straße lauter Maisfelder. Zum Teil waren die schon abgeerntet. Weizen oder Rübenfelder fand ich in diesem Jahr kaum. Mit Mais macht ein Bauer wohl bessere Geschäfte.

Wer ein Bild anlegt hat ja immer eine Vorlage, ein Motiv. Eschbach malt hier ein Bild vom Ende. Öl, der Schlüssel zur Wirtschaft, geht unweigerlich zur Neige. Die wenigsten wollen es wahr haben und doch versucht jeder sich noch gesund zu stoßen. Der Prozess ist schleichend, darum ist er im täglichen Geschehen um so leichter zu ignorieren. Außerdem, für uns wird es schon nicht so schlimm werden. Wenn es kein Benzin mehr gibt? Macht nichts, ich tanke in der Firma.

Der Autor arbeitet hier sehr gründlich und mit viel Aufwand. Quasi von der Vorzeichnung bis zur Ausgestaltung mit satten Farben ist alles kalkuliert. Facettenreich und sehr fundiert wird ein Vorgang dargestellt, der uns alle betrifft, weit in der Vergangenheit angelegt ist und der sich wohl auch schon in vollem Gange befindet.

Solche Geschichten haben Konjunktur und gemessen an Platon und Enzensberger sind sie sogar ein muß. Panikmache oder Untergang der Zivilisation?* Schaun wir mal, dann sehen wir schon. Wie gesagt, die wenigsten wollen es wahr haben …

* (S. 483)

Andreas Eschbach: Ausgebrannt. Thriller. Bastei Lübbe 2008.
ISBN: 978 3 404 15923 9

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4 Kommentare
  1. wo hab ich’s nur bei dir gelesen? irgendwo hast du ‚tanzstunden‘ von joyce maynard erwähnt. das les ich grad und kriege eine „offenbarung“ nach der anderen. tausendmal danke ich dir dafür, dass du’s aufgenommen hast!

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    • mickzwo permalink

      Hallo La Imperial Feng!

      Die Tanzstunden von Joyce Maynard sagen mir, ehrlich gesagt, nichts. Nun kann ja schon mal etwas vergessen, darum habe ich alles abgesucht. Vergeblich. Ich könnte es ja nachsehen, aber wo wir schon mal dabei sind, ist es von der Thematik ähnlich wie Ausgebrannt?

      L.G. mick.

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      • hallo mick, na sowas – wo hab ich’s dann nur her? Jedenfalls beschreibt Joyce Maynard in dieser Autobiographie ihre ersten Jahre. Wie sie in ihrem Elternhaus sozialisiert wurde, wie ein Familiensystem funktioniert (auch wenn alles unter der schönen Oberfläche verrottet) und wie sie hofft, ihr Außenseiterdasein mit Hilfe ihrer ersten Liebesbeziehung zu dem Schriftsteller Salinger (Fänger im Roggen) zu überwinden. Geschrieben auf sehr ehrliche, tief gehende, berührende Weise, obwohl der Ton total intellektuell – distanziert gehalten ist. Ich genieße das Lesen sehr und kann es nur empfehlen. ‚Ausgebrannt‘ kenne ich nicht, daher kann ich es nicht vergleichen. Liebe Grüße von La Imperial Feng

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        • mickzwo permalink

          Vielen Dank für den guten Hinweis. Das Buch kommt auf meine Liste.

          Viele Grüsse, mick

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