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QQ

22. Januar 2013

Und schon im Vorwort kann man etwas für das Leben lernen: a) was QQ bedeutet und b) warum es noch eine – wenn auch vergleichsweise kurze – Weile vom Autor des Buches noch nicht praktiziert werden kann. Man ahnt es schon, die Gesellschaft trägt ein Stückweit mit an dieser Verantwortung. Der Verfasser, der hier vorliegenden Geschichten hat vorher noch einen Auftrag an ihr zu erfüllen.

Wahllos herausgegriffen und doch nicht achtlos geht es weiter. So wird es, beispielsweise dringend angeraten, das pauschale Reisen zu üben. Es stärkt nicht nur die Sinneswahrnehmung, der Gestalt, dass man für spätere Eventualitäten abgehärtet wird. So ganz beiläufig werden einem noch editorische Tippse und Trickse mit auf den Weg gegeben, die man beim späteren Lesen sicherlich mit einbinden kann. Für’s Leben kann man so etwas irgendwann bestimmt auch noch verwenden. Und das bekommt man quasi gratis obendrauf.

Wir lesen über das Für und Wider vom Staunen; sowohl im Allgemeinen, als auch im Speziellen gibt es Anschauungsmaterial, wann und wie es richtig verwendet wird. Masern sowie andere Feiertage und deren Riten werden thematisiert; aber auch Demut und Bescheidenheit haben ein Recht, neben ‚Recht haben‘, hier genannt zu werden. Kinder von Müttern dürfen sprechen, Teile des Prekariats, Prophezeiungen und Querulanten sind ebensolche Themen, die schon auch filigran in diesem Werk Behandlung erfahren.

Auch wenn dieser Titel schon einige Jahre in diversen Regalen verbracht haben mag, gewisse Texte die Überschriften wechselten und in der einen oder anderen Form hie und da auftauchten, dieses Brevier (so möchte ich doch sagen), dieses Brevier gehört zu den Köstlickeiten deutschsprachiger Literatur und hat es verdient, die ‚Hausapotheke‘ des modernen Menschen zu bereichern. Ratgeber für alle Fälle, Zuflucht für den rastlosen Teilnehmer der Zivilgesellschaft. Ein Lebenshilfebuch erster Güte.

Die schönen Unsinnstexte nehmen auf wunderbare Art den Quatsch auf, den wir täglich aushalten. Es liegt sogar im Bereich des Möglichen, das auch der Mist, den wir ab und zu auch selbst verzapfen, Thema ist. Nein, da muss ich mich vertan haben. Das waren doch die anderen … Satire vom Feinsten. Lesen sie selbst.

Max Goldt: QQ. rororo Taschenbuch. ISBN: 978 3 499 24762 0

Siehe dazu auch: Vom Zauber des seitlich dran Vorbeigehens.

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From → Sprache

2 Kommentare
  1. Ich hab’s schonmal gesagt. Ich liebe Max Goldt.

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