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Fabian

10. Mai 2013

Am 10. Mai 1933 wurden die Bücher von 94 deutschen Autoren, darunter Erich Kästner, in Berlin und anderen Städten verbrannt.

Alles mit Links.

Die Geschichte eines Moralisten

Dieser Erich Kästner war so ein Kinderidol. Der hat immer Geschichten erzählt. Geschichten, die geholfen haben. Er hat uns nie was vorgemacht, hat die Kinder ernst genommen und trotzdem getröstet. Wie Kinder beschissen werden, das hat er wohl gewusst. Vielleicht hat er darum auch so genau gespürt, dass man Kindern besser nichts vormacht.

Die Filme sollte man hier mal ignorieren, da wird mir zu viel in Zeitgeist gebadet und mit Bildern gepanscht! Bücher sind da einfach besser. Kästner, den konnte ich verstehen. Der war so wach. Den Kästner für Erwachsene hatte ich naturgemäß erst viel später in der Hand.

Fabian, damit habe ich auch lesen gelernt – vorher mochte ich das nicht so.

Also, Fabian: Die Furcht so zu werden wie alle, nivelliert die Unterschiede zwischen den Menschen. Jeder versucht auf seine Weise noch schnell seinen Schnitt zu machen. Es ist ein schleichendes Gift und…

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4 Kommentare
  1. Guten Abend, nun habe ich zufälligerweise auch gerade „Fabian“ wieder gelesen, der immer zu einem meiner Lieblingsbüchern in deutscher Sprache gehört hat, dies also nur als kleinen Gruss von Fabianleser zu Fabianleser(in) sozusagen…
    Jan S. Kern

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  2. Berlin, 10. Mai 1933
    „Und im Jahre 1933 wurden meine Bücher in Berlin, auf dem großen Platz neben der Staatsoper, von einem gewissen Herrn Goebbels mit düster feierlichem Pomp verbrannt. Vierundzwanzig deutsche Schriftsteller, die symbolisch für immer ausgetilgt werden sollten, rief er triumphierend bei Namen. Ich war der einzige der Vierundzwanzig, der persönlich erschienen war, um dieser theatralischen Frechheit beizuwohnen. Ich stand vor der Universität, eingekeilt zwischen Studenten in SA-Uniform, den Blüten der Nation, sah unsere Bücher in die zuckenden Flammen fliegen und hörte die schmalzigen Tiraden des kleinen abgefeimten Lügners. Begräbniswetter hing über der Stadt. Der Kopf einer zerschlagenen Büste Magnus Hirschfelds stak auf einer langen Stange, die, hoch über der stummen Menschenmenge, hin und her schwankte. Es war widerlich … Die Tiraden des kleinen abgefeimten Lügners ertönten weiterhin. Und die Gesichter der braunen Studentengarde blickten, die Sturmriemen unterm Kinn, unverändert geradeaus, hinüber zu dem Flammenstoß und zu dem psalmodierenden, gestikulierenden Teufelchen … Es ist ein merkwürdiges Gefühl, ein verbotener Schriftsteller zu sein und seine Bücher nie mehr in den Regalen und Schaufenstern der Buchläden zu sehen. In keiner Stadt des Vaterlands. Nicht einmal in der Heimatstadt. Nicht einmal zu Weihnachten, wenn die Deutschen durch die verschneiten Straßen eilen, um Geschenke zu besorgen.“
    Erich Kästner, Auszug aus dem Vorwort „Bei Durchsicht meiner Bücher“

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    • mickzwo permalink

      Die Beschäftigung mit diesen Themen befördert in keiner Weise meine Fähigkeiten zu natürlichem Schlaf. Nicht nur darum werde ich Dein Blog aufmerksam beobachten.
      Vielen Dank für das lange Zitat.

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