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Sommerschnee und Wurstmaschine

27. Juni 2013

Mal ehrlich, wer versteht das?
Aber was verstehen wir überhaupt?! So auf den ersten Blick und so.

Sehr moderne Kunst aus aller Welt.

Wenn es einen Schutz für die Menschen gibt – sie stark werden läßt – dann ist das die Auseinandersetzung mit etwas. Das fällt Kindern besonders leicht, sie machen einfach. Irgendwann kommt jemand und sagt: Manierlich, Kind, manierlich.

Ich weiß nicht welche Methode schlimmer ist, die mit zuckender Unterlippe, oder die mit zornesrotem Kopf. Gemein ist auch die coole Tour. Manierlich, sagte er leise und hatte dabei so einen Gesichtsausdruck, der nichts bis nichts Gutes ahnen ließ.

Also, so nicht. Jedenfalls noch nicht. (Man muss da immer aufpassen.)

Abenteuer kann man nur erleben, wenn man sich einlässt auf Situationen, Dinge und Menschen, natürlich. Es mag seltsam klingen, denn ich glaube, dafür braucht es eine gehörige Portion Eigen-Sinn. Aber eben auch (Selbst-)Disziplin.

Das wollen die dann oft mit ihrem manierlich erreichen. Papperlapapp. Disziplin erreicht man eher durch Hingabe und die ist ganz selten manierlich. Wenn man eigensinnig genug ist, wird man nicht abgelenkt beim Entdecken.

Vom Sachzwängen wie Stundenpläne, Termine oder Listen. Ausgewachsener Kram eben. Kindisch. Man kann die wirklich wichtigen Dinge tun: fühlen, tasten, hören, horchen, sehen oder finden (nicht suchen).

Vielleicht malt man dabei oder schreibt oder singt ein Lied, bastelt oder redet mit anderen. Das Hören stellt sich dann schon ein. Man will wissen, man wächst. Es verleiht Würde an Menschen, die unterwegs sind. So kann man etwas finden. Einen Sinn. Das ist dann groß.

Schon wieder so ein Kunstbuch in der Kinderbibliothek gefunden. Man kann so ein Buch abfrühstücken, indem man nach Bekanntem sucht. Das ist eigentlich Zeitverschwendung. Na ja, vielleicht übt es ja. (Wird sich herausstellen.)

Man kann nämlich auch die Augen weit aufsperren und sich umsehen. Das ist immer leichter, wenn alles neu ist. Ich denke, darum richtet sich das Buch in erster Linie an kleine Menschen. Für die ist ja meistens noch alles neu.

Da hat also ein polnischer Museumsmensch jahrelang sich mit moderner Kunst beschäftigt und nun spricht er darüber mit Publikum. Er richtet sich an Menschen, die fühlen, sehen, zuhören und vielleicht auch lesen können. Man kann das auch alles kombinieren und so etwas be-greifen.

Da gibt es Geschichten, da schwimmt man so einfach mit, läßt sich treiben. Andere, da muß man gegen den Strom schwimmen und ganz schön paddeln dabei. Mit der Zeit wird klar, was man bevorzugt, was zu einem passt.

Man steigt aus dem Wasser und freut sich. Man ist froh, dass man etwas geschafft hat oder, dass man’s geschafft hat. In jedem Fall aber macht man sich nass. Dieses Buch hat es in sich. Die Kunst ist sehr lebendig und spricht zu dir. Es gibt so viele schöne Bücher, die dich verführen können zu denken. Dieses ist eins davon.

Es gehört definitv in gute Bibliotheken. Im Handel ist das sowieso.

Sebastian Cichocki: Sommerschnee und Wurstmaschine. Sehr moderne Kunst aus aller Welt. Illustrationen von Aleksandra Mizielińska und Daniel Mizielińki. Aus dem Polnischen von Thomas Weiler. Moritz Verlag, Frankfurt am Main, 2013.
ISBN: 978 3 89565 260 8

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From → Musik, Sprache

4 Kommentare
  1. Hat dies auf Offener Computertreff Blog rebloggt und kommentierte:
    Geht finden in der Bibliothek.

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  2. Hat dies auf ¬p rebloggt.

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  3. Danke für diese Vorstellung des Buches, die neugierig macht.
    Liebe Grüße
    Klausbernd

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    • mickzwo permalink

      Das ist wieder so ein Buch, das mich gefunden hat. Ich bin froh darum 🙂

      Liebe Grüße, mick

      Gefällt mir

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