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Drei Minuten Zeit für Leipzig?

15. August 2013

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Kunst und Kommerz, Historie und Hinterhöfe, Prosperität und Penner, Kitsch und Kultur, Bildung und Bettelei, Spekulanten und Sport, Verfall und Vielfalt, Touristen und Tagesgeschäft.. Schnappatmung? Mal sehen.

Selten liegt alles offen so nah bei einander wie in Leipzig. Der Bahnhof gehört zu den sehenswertertesten überhaupt. Das finden nicht nur Reisende. Bei einem Einkaufsbummel durch diese Stadt hat man schnell den Eindruck, sogar die Straßenmusikanten legen Wert darauf nicht in der allgemeinen Kakophonie unterzugehen. Sie tolerieren einander, lassen sich Platz. Sie wirken so entspannt dabei. Einmal hatten wir einen Akkordeonspieler. Sah aus wie der ältere Bruder von Henry Hübchen. Kam angeschluft, fing unvermittelt an zu spielen. La Paloma. Danach eine italienische Tarantella um dann in tadelloser Manier Bachs Toccata und Fuge in d-Moll zu intonieren. Grandios und fehlerfrei.

Die Spatzen vom Clara Zetkin-Park sind zäh. Versuche den Kuchen gegen die plötzliche Armee von hungrigen Schnäbeln zu verteidigen. Gebe mich geschlagen als meine Begleitung eher beiläufig ihre Reste beiseite stellt und bemerkt, dass nur der Hartnäckige sich im Leben durchsetzt.

Ein anderes Mal: Catwalk studieren im Park an der Thomaskirche. Dresscodes identifizieren und unterscheiden, gelassen dabei ein Eis verzehren und die Sonne geniessen. Wie herrlich kann das Leben sein!

In unserem Quartier stand über der Rezeption ein Gedicht von W. Busch:

Viel zu spät be­grei­fen viele
die ver­säum­ten Le­bens­zie­le,
Freu­de, Schön­heit der Natur,
Ge­sund­heit, Rei­sen und Kul­tur.
Darum, Mensch, sei zei­tig weise!
Höchs­te Zeit ist´s! Reise, reise!

Drei Minuten Zeit für Leipzig ist natürlich quatsch. Da reichen nicht drei Tage und auch nicht drei Wochen. Dieser Ort ist so großartig und so vielfältig. Den muss man einatmen und wirken lassen. Ich komme in jedem Fall wieder!

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From → misc., Musik

18 Kommentare
  1. beste Grüße von einem Wahl-Leipziger…drei minuten, drei tage, drei jahrzehnte…..man muss nur die Augen offen halten für alles Schöne!
    Grüße von Pfote

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  2. Hallo Mick,
    ich kenne Leipzig nur vom Hörensagen des alljährlichen Wave-Gotik Treffens. Leider war ich selbst noch nie dabei. Immer ist etwas dazwischen gekommen. Doch wenn ich schon einmal dort bin, dann möchte ich Leipzig in all seiner Schönheit und mit all seinen Sehenswürdigkeiten kennen lernen. La Paloma. Ich mag Akkordeonspieler. Und so wie du den Mann beschreibst, ist es, als hätte ich ihn direkt bildlich vor mir stehen. Ein ähnliches Erlebnis hatte ich mal in der Rostocker Altstadt. Schön, dass du mich daran erinnert hast. Wir haben in Deutschland sehr viele schöne Orte, wo es sich lohnt, für einen oder drei Tage hinzufahren. Manchmal geschieht etwas völlig unerwartetes, etwas, womit man nicht rechnet. Oft sind es die kleinen Momente im Leben, die uns lange in Erinnerung bleiben. Und manchmal muss man einfach nur spontan sein!

    Viele liebe Grüße,
    Tanja

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    • mickzwo permalink

      Hallo Tanja,
      Leipzig lohnt sich, spontan sein auch.
      Für mich stellt es sich so dar: Das Leben besteht aus einer schier endlosen Reihe von kleinen Momenten. Manche davon behalten wir, andere verblassen. Wie lange ich wohl die Eindrücke von Leipzig behalte? An der deutschen Ostseeküste bin ich von Flensburg bis kurz vor Usedom gekommen. In Rostock bin ich bisher zweimal gewesen. Auch ein spannender Ort. In Dänemark und Schweden war ich auch. Überhaupt, es gibt so viele gute Orte zu sehen. Nicht nur in Deutschland. Ohne Menschen geht das natürlich nicht. Mal sehen, wo ich als nächstes lande.

      Danke für den Kommentar und liebe Grüße,
      mick

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      • Bitte, bitte!
        Da hast du recht, es gibt natürlich auch wunderschöne Orte außerhalb von Deutschland. Die Hansesail in Rostock ist immer ein Erlebnis. Schweden ist wunderschön, aber unser nächstes Ziel, wird mit aller Wahrscheinlichkeit entweder Irland oder Schottland sein.Auf deine weiteren Ziele bin ich sehr gespannt. Ich schätze, du wirst darüber berichten.

        LG,
        Tanja

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        • mickzwo permalink

          Von Irland wirst Du wohl eher berichten – wäre doch nett. Es war immer so ein Traumziel von mir, habe es aber noch nicht dahin geschafft.

          LG,
          mick

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  3. Neulich erst hat mir jemand Leipzig wahrlich schmackhaft gemacht. Für die nächste Kurzreise ziehe ich es nun definitiv in die engere Wahl.

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  4. Ich bin auch ein großer Leipzig Fan…..
    Mit dem Bahnhof gebe ich dir recht … ich erinnere mich noch an den alten Bahnhof und wie lange gebaut wurde….

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    • mickzwo permalink

      Eine wahrhaft großartige Stadt 🙂

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    • mickzwo permalink

      Hallo Susanne Haun, eigentlich wollte ich Dir folgendes berichten: Wir sind nach Plagwitz gefahren. Mit dem Fahrrad über die Karl-Heine-Straße, ganz bis ans Ende. Dort haben wir die alte Baumwollspinnerei gefunden. Ein riesiger Komplex, vollgestopft mit Kultur (und so). Das hätte dir bestimmt gefallen, besonders Halle 14.
      Gruss, mick

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      • Ich kenne die Baumwollspinnerei, mick …. 🙂 🙂 🙂

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        • mickzwo permalink

          Das ist ein spannender Ort. Wie der wohl in fünf Jahren aussieht?

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          • Ich denke, dass es viel spannender in den 90ziger war, mick ….

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          • mickzwo permalink

            Hallo Susanne!
            Das stimmt natürlich, nur da bin ich noch nicht bis Leipzig gekommen. Neunzehnhundertneunzig hatte ich mal den Auftrag etwas aus Erfurt abzuholen und eine Archivarin (glaube ich) von dort mit zu nehmen. Ich habe meinen Schwager mitgenommen. Wir haben die Berichte der Dame und die Atmosphäre, die wir erleben durften sicher nicht vergessen.
            Woher kennst Du die Baumwollspinnerei? LG, mick.

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          • Hallo mick,
            ich habe Mitte bis Ende der 90ziger Jahre viel Zeit in Leipzig verbracht.
            Ich denke, als Künstler gehört es ein wenig zur Allgemeinbildung, die Baumwollspinnerei zu kennen, selbst wenn man nicht Leipzig besucht hat.
            Dort arbeitet Neo Rauch und Daniel Richter und die Galerie Eigen+Art ist dort zuhause (so wie auch in der Auguststraße in Berlin).
            Ich wünsche dir einen schönen Tag, liebe Grüße von Susanne

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Trackbacks & Pingbacks

  1. schön, das Schöne zu sehen… | Joachim Pfotenhauer

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