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Bloggen

8. September 2013

Dieser Artikel entstand aus einem Kommentar zu dem Artikel „Kabelsalat„.

Die Reisen, mit allen was dazu gehört, waren für mich wirklich sehr aufschlußreich.

Der Satz, “Früher hatte ich ein Leben, heute blogge ich”*, erinnerte mich sofort an einen Werbespruch eines bekannten Möbelhauses. Ich finde das auch nicht beruhigend. Zum Leben gehört für mich an zentraler Stelle, dass man sich Zeit nimmt zum Aufnehmen von Gedanken – wo immer man sie auch her haben mag – und zum Formulieren einer Ansicht …

…Oft habe ich ein Buch nach einiger Zeit wiederholt gelesen. Häufig kam mir das absolut neu vor, obwohl die Worte vertraut waren. …Das geht dann nicht nur mit Lesen, sondern mit allen Dingen, die Auseinandersetzung und Zeit brauchen. Schwer, so etwas Kluges mit so klaren Worten darzustellen, wie es in diesem Buch geschieht.

Noch schwerer ist es, so etwas zu tun. Der Versuch ist immer lohnend. Alles was man braucht sind Respekt und Geduld. Es ist möglich, den richtigen Menschen zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu treffen. Sicher ist es nicht. (https://allesmitlinks.wordpress.com/2013/02/28/wie-ein-roman/)

Insofern gehört diese Überlegung für mich auch zum Bloggen: Was ist ein Mensch wert? Wie wird das ermittelt und von wem? Wonach soll sich also unser aller (Zusammen-)Leben richten? …Ideen, die einmal in der Welt sind, können nicht mehr rückgängig gemacht werden. …und, die Absicht hinter der Absicht ist oft so entwaffnend einfach.
(https://allesmitlinks.wordpress.com/2012/03/25/toggle/) Da ist viel Unbehagen drin … aber eben auch Hoffnung:

Die Verbundenheit dieses Computer*Kid mit den Jugendlichen aller Zeiten ist sehr groß. Trotz allem Mist, der hier geschildert wird, bin ich doch am Ende zuversichtlich. Dass die Probleme von Menschen, ihren Platz im Leben zu finden, mit der Pubertät nicht zu Ende sind beruhigt mich dagegen überhaupt nicht.

Aber es versöhnt mich mit vielem, was an Chaos so täglich auf mich hereinbricht. Ideen, die einmal in der Welt sind, lassen sich ja bekanntlich nicht wieder rückgängig machen. Aber es kommen schließlich immer auch neue hinzu, und manchmal verarbeiten ja die einen die anderen. (https://allesmitlinks.wordpress.com/2012/09/21/hideout/)

Ich freue mich, wenn meinen Artikeln Aufmerksamkeit geschenkt wird. Manchmal werden sie kommentiert. Eine Anmerkung, die mich besonders berührt hat, ist Anlass für diesen Artikel. Noch mehr freue ich mich allerdings über die Arbeit der Vielen.

Die Ideen und Gedanken, mit denen man sich plötzlich auseinandersetzen kann, sind manches Mal überfordernd. Oft sind sie anregend und immer sind sie wertvoll. Aber, man kann seine Zeit nur einmal verwenden. Die Entscheidung darüber steht ständig im Raum und muss von Zeit zu Zeit überprüft werden. Das gehört auch dazu.

Liebe Grüße und einen guten Start in die Woche. mick.

* aus einem Kommentar zu Kabelsalat

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From → misc.

8 Kommentare
  1. Ich denke, wie alles im Leben birgt auch das Bloggen ein Suchtpotential. Die Gründe, warum Menschen heute bloggen, wo sie doch gestern noch gelebt haben, dürften so unterschiedlich sein wie eben diese und abhängig davon, wie jeder sein Leben empfindet. Manchmal dümpelt es so vor sich hin, und plötzlich erscheint das der anderen um vieles interessanter als das eigene. Dann kann es gefährlich werden. Wie alles, wogegen man sich nicht abzugrenzen weiß. Was Du über die Zeit schreibst und ihre Verwendung, halte ich für wesentlich. Ich freue mich über jedes „Gefällt mir“, aber selber habe ich wahrscheinlich nur ein viel geringeres Maß an Kapazitäten für andere frei. Das liegt wohl auch daran, dass ich mich meist viel zu sehr in meine Umwelt hinein zu denken versuche, und eh ich mich’s versehe, fühle ich mich auch schon komplett überfordert. Wenn ich mal hundert Kommentare unter einem Artikel haben sollte, höre ich auf, weil ich der Flut dann nicht mehr gerecht werden könnte..;-) – Die Anregungen, die mir das Bloggen liefert, machen für mich in der Tat nur so lange Sinn, wie ich sie auch umsetzen kann. Ansonsten würde ich es wie Zappen durch die Kanäle des Fernsehens empfinden.

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  2. Das Kind schlaeft und der Mann ist noch nicht zu Hause, Zeit ein bisschen zu bloggen 😉 Ich habe oft ein schlechtes Gewissen, dass ich sehr viel langsamer auf Blogveroeffentlichungen reagiere als andere Blogger. Die Medienwelt wird immer schneller. Wen interssiert schon, was vor einer Stunde geschah? Nein, dieser Hektik will ich mich nicht unterwerfen, auch wenn das Smartphone verfuehrerisch immer in der Naehe liegt. Ich will mir die Zeit nehmen, Blogposts zu lesen, denn ich bekomme viele neue Impulse und Ideen. Aber wenn mein Sohn fragt, „Mama, spielst Du mit mir?“ hat er immer Vorrang. Deshalb sind der Nachmittag und grosse Teile des Wochenendes internetfreie Zeiten. Ich freue mich, dass Du das Thema so schoen auf den Punkt gebracht hast und mir gezeigt hast, dass ich kein schlechtes Gewissen zu haben brauche. Liebe Gruesse, Peggy

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  3. Lieber Mick, lieber Achim,
    ich finde Bloggen häufig einen Zeitfresser und bin zweigeteilt: Auf der einen Seite ist es schon spannend, was alles an Wissen und Kunst zusammengetragen wird, auf der anderen ist es erschreckend, wie viel Trash mit Pathos vorgestellt wird. Ich bemerke bei mir, dass ich mir früher mehr Zeit genommen habe, um nachzudenken. Heute „muss“ ich andere Blogs besuchen, mir allwöchentlich etwas ausdenken, was auch andere interessiert, d.h. ich muss oft schneller etwas produzieren, als ich darüber zum gründlichen Nachdenken benötige. Deswegen meine ich, jeder Blogger braucht unbedingt eine Auszeit ohne SmartPhone, Notebook und andere Gadgets, wie du lieber Mick, es im vorigen Artikel geschrieben hast.
    Auf der anderen Seite, trotz aller Kritik, glaube ich, dass mit dem Bloggen eine neue Art von Literatur entsteht, mit all ihren Geburtswehen freilich. Auf jeden Fall für einen Intellektuellen „der alten Garde“, der liest, nachdenkt und schreibt, ist das Bloggen erst einmal ein fragwürdiger Zeitfresser aber gleichzeitig eine feine Bühne für den Narziss und da ich einer bin, blogge ich 😉
    Ganz liebe Grüße euch von der sonnigen Küste Norfolks
    Klausbernd
    Siri und Selma lassen ebenfalls herzallerliebst grüßen, sie sind die Blogbegeisterten 🙂 🙂

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  4. Lieber Mick,

    jetzt bich wirklich gerührt. Danke für diesen wunderbaren nachdenkelichen Artikel. Aus Zeitgrunden kann ich deine Links hier und jetzt nicht verfolgen, ich hole es eins nach dem anderen nach. Nach dem Motto Slowreading. Mit Zeit zum Verdauen. Dieser Tendez zum Entschleunigung finde ich begrüßenswert. Man spricht von Slowfood, aber jeder Genuß profitiert davon. Ich arbeite in einer Universitätsklinik und renne mir die Hacken ab und freue mich auf das baldige Kontrastprogramm in England; Norfolk slows you down. Ich jedoch brauche etwas länger für die Umstellung.
    Mit deinem Satz; …“man kann seine Zeit nur einmal verwenden“…habe ich einen Schlüssel für mich gefunden. Mit Sicherheit wird aus diesem Satz auch bei mri einen Artikel entstehen. 🙂

    Rambling Brother stimme ich voll zu. Bloggen schärft meine Sinne, meine Beobachtungen und macht große Freude! Wie jetzt, wenn ich dich lese.

    Auf ein baldiges Wiederlesen! 🙂
    Dina

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  5. BLOGGEN sollte SPASS machen…..und FREUDE….wünsche dir einen schönen ABEND…HERZLichst ANDREA:))

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  6. Lieber Mick,

    das Bloggen ist für mich qualitativer Zugewinn, da es meine Interessen bündelt, weil es Austausch schafft mit „Gleichgesinnten“, die man in der Tagesaktualität in solcher Massierung nicht auffinden kann. Das Bloggen schärft meine Sinne und sie können aufgrund der Vielfalt der Blogangebote einen Schritt zur Seite treten und sich entfernen von bloß narzistischer Selbstbeschäftigung. Das große „Wow“ überfällt mich immer häufiger und es offenbart eine Seite in mir, die ich bislang nicht kannte: Die Demut vor dem Wissen, der Freude und der Leidenschaft von Menschen, die ich nicht persönlich kenne. Es ist deren Leidenschaft, die mich leidenschaftlicher macht in meinem Denken und meinem Tun. Im Übrigen finde ich es wunderbar teilen zu können. Und last but not least: das Bloggen hat etwas Biographisierendes. Es erarbeitet sich ein Archiv der eigenen Denk- und Lebensweise, deren Kapitel ich immer wieder selbst gerne aufschlage, voller Verwunderung über das, was in einem eigenen Artikel aufblitzte. Eine Stütze der Erinnerung an das Selbst.

    Liebe Grüße aus Freiburg

    Achim

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    • Schön, lieber Achim, besonders das „Schlusswort“, das empfinde ich ganz ähnlich. Es hat was von einem öffentlichen Tagebuch und da kam es ja ursprünglich her. Natürlich filtert man mehr, schließlich möchte man vielleicht nicht unbedingt seinen kompletten Seelenballast öffentlich machen. Aber in den Blogs, die ich besonders mag, liegt viel Seele und Leben.

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  1. Verbeugung | Alles mit Links.

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