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Das Schwein

16. Dezember 2013

Das Schwein am Ende des 20. Jahrhunderts und darüber hinaus.

„DAS FERKEL HAT DIE GANZE SCHOKOLADE VOM ADVENTKALENDER AUF EINMAL AUFGEFRESSEN. UND DAS IM ALTER VON 23 JAHREN“.
(Bemerkung aus: Ch. Enzensberger, Größerer Versuch über den Schmutz. Hanser, München 1968; Deutscher Taschenbuchverlag, München, 1970; Ullstein; s. a. die Seite ‘Was ist das hier’)

Es gibt diese Wiederwärtigkeiten allerorten und immerzu, wie INSPEKTOR PIG vom
SONDERDEZERNAT DER INTERNATIONALEN SCHWEINEPOLIZEI am Freitag in einer Pressekonferenz erneut darlegte. Die SONDERKOMMISSION, so INSPEKTOR PIG, hat es sich zur Aufgabe gemacht, die internationale Verschweinung großangelegt zu bekämpfen.

Dabei ist die Mithilfe der unverschweinten Bürger unerläßlich, wie INSPEKTOR PIG VOM SONDERDEZERNAT ZUR SCHWEINEBEKäMPFUNG (SZS) weiter ausführte. Nur mit einer breiten Unterstützung seitens der Bevölkerung -auch und gerade im ostwestfälischen Raum- könne mit einem Erfolg in dieser brisanten Mission gerechnet werden.

Die Vielfältigkeit der schweinischen Erscheinung mache es -laut INSPEKTOR PIG VOM SZS- unerläßlich, die Bevölkerung aufzuklären:
„Eine erste – wenn auch grobe – Unterscheidung ist die zwischen den sog. HAUSSCHWEINEN und den sog. WILDSCHWEINEN.

Die HAUSSCHWEINE wiederum unterscheiden sich zwischen dem gemeinen LANDSCHWEIN und dem DEUTSCHEN EDELSCHWEIN. Beiden gemeinsam ist die Klassifizierung in EBER, SAU, ZUGäNGER sowie FERKEL. Beiden – GEMEINEN LANDSCHWEINEN wie auch DEUTSCHEN EDELSCHWEINEN – wiederum gemeinsam ist ihr hoher grad an Domestikation, was nicht nur gesundheitliche Probleme aufwirft, sondern auch ästhetische: tragen sie doch in der Regel Schlappohren und Ringelschwänzchen.“(!) *

Die ungesunde Hautfarbe sei hier nur am Rande erwähnt. Diese langweiligen Schweinesorten sind im Zusammenhang mit den Aufgaben denen sich die SZS gestellt hat eher zu vernachlässigen, da sie kein nennenswertes Gefahrenpotential darstellen (können). Einerseits sind sie durch ihr ausgesprochen langweiliges Äußeres in der Öffentlichkeit wenig beachtet. Zum Anderen sind sie in dem für Schweine kritischen – weil mit Aggressionspotential behaftenem – Alter längst zur Schlachtreife geführt.

Wichtiger und überaus faszinierender wird da die Betrachtung der reichhaltigen WILDSCHEINARTEN:
hierunter fallen so possierliche Arten wie … „das GEMEINE WILDSCHWEIN, das PINSELSCHWEIN, das RIESENWALDSCHWEIN, das WARZENSCHWEIN, das BARTSCHWEIN, das BISAMSCHWEIN, sowie HALSBANDPEKARI und HIRSCHEBER.“ *

Zur Unterscheidung und Erkennnung dieser hochgefährlichen Schweinearten sei die folgende Klassifizierung in Alters- und Geschlechtsstufen (nach FREVERT) zur besonderen Aufmerksamkeit angeraten: (Oberbergriff) „die SAU oder EIN STÜCK SCHWARZWILD. KEILER, BACHE oder FRISCHLING; heißt nach vollendetem ersten Lebensjahr ÜBERLÄUFER (überlaufender KEILER, überlaufende BACHE), nach vollendetem zweiten Lebensjahr zweijähriger KEILER oder zweijährige BACHE usw.. .

Der KEILER wird mit vier Jahren ein ANGEHENDES SCHWEIN, mit 5-6 jahren ein HAUENDES oder GUTES SCHWEIN, vom siebten Jahre an ein HAUPT- oder GROBES SCHWEIN. Die BACHE wird zweijährige, dreijährige usw. endlich auch alte BACHE genannt.“ *

Desweitern führte INSPEKTOR PIG (SZS) aus, daß … „die meisten SCHWEINE recht gesellig leben, wobei sie – alt und jung, männlich und weiblich – oft in großen Rotten beisammen sind. Sie haben“ * … so INSPEKTOR PIG (SZS) … „ein ausgeprägtes Kontaktbedürfnis und ruhen meistens sehr nahe beieinander, jungtiere nicht selten übereinanderliegend. Die FRISCHLINGE sind recht beweglich und stets zu allen möglichen Spielereien aufgelegt.

Die intelligenz der SCHWEINE ist beträchtlich und ist bei weitem der des Hundes gleich zu setzen. Mut und Entschlossenheit ist allen Schweinen eigen. Alle Schweine lieben das Wasser sehr und sind sehr gute Schwimmer. Sie suhlen sich bei jeder Gelegenheit. Die Stimme ist ein ziemlich tiefes Grunzen, kann aber bei Zorn, Ungeduld, Spiel oder Panik in Quieken oder gar gellendes Kreischen übergehen.

Merkwürdigerweise werden überall vereinzelt FRISCHLINGE als Spieltier und Hausfreund gehalten. Bis zur regelrechten Domestikation kam es jedoch nur bei den wenigsten Rassen. Im Grunde sind alle WILDSCHWEINE der Domestikation zugänglich (s.a. RUDELTIER, ANSCHLUßBEDÜRFNIS, usf.), es kommt aber bei den meisten (WILD-)SCHWEINEN eben nur bis zu einer Zähmung ohne die regelrechte Übernahme als Nutztier.

Daß Alttiere für ihre Umgebung ungemütlich werden können, ist richtig.“ * Jedoch sind diese in der Regel einer metzgerlichen Verwertung schon vorher anheimgefallen. Als bemerkenswert und möglicherweise ebenso gefährlich wie die ordentlichen Schweine stellte INSPEKTOR PIG (SZS) abschließend noch einige Mischformen vor, über deren wirkliche Herkunft und gesellschaftliche Funktion die Wissenschaft bis dato jedoch noch keine schlüssigen Aussagen machen könne.

Aus der umfangreichen Liste werden hier nur die wichtigsten genannt: SCHWEINEHUND, SCHWEINEIGEL, PISTENSAU, SAUKOPP, DRECKSAU oder auch POTTSAU, SAU-BERMANN (vermutlich die missglückte Mischung von Schwein und Dobermann – anm.d.V) sowie das ERDFERKEL HERRMANN.

Den neuesten Berichten der NASA (NAtionales-Sau-Abwehramt) zufolge habe man vor Jahren schon SCHWEINE IM WELTALL gesichtet, diesem Phänomen jedoch keine weitere Bedeutung beigemessen. Was vom heutigen Stand der Ermittlungen als grobe Fehleinschätzung gelten mag.
Die Lage bleibt ernst.

Alle mit * gekennzeichneten Zitate aus: Eigener, W.; Enzyklopädie der Tiere Bd. 2, S. 476ff. Manfred Pawlak Verlagsgesellschaft MBH, 1979, ohne ISBN.

mick 1988/2013

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From → Liebe

3 Kommentare
  1. was für ein SCHWINderl hättens gerne……HERZlichst ANDREA:))

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  2. Ich hab auch so ein Schweinderl hier, das ist in 12 Tagen 19.,—gggg

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