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Ein Birnbaum wird gepflanzt

26. Dezember 2013

Heute waren wir Babygucken. Endlich. Als ich von der Frau, die jetzt Mutter und nicht mehr ’nur‘ Tochter ist, hörte, dass das Kind geboren war, habe ich sofort den Baum bestellt. Er wird an dem vorher ausgewählten Platz gepflanzt. Von mir, versteht sich. Eine Birne sollte es sein, kein Apfel. Als Kind hatte sie so einen. Gratulation an die junge Familie. Ich bin froh.

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland.

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland,
Ein Birnbaum in seinem Garten stand,
Und kam die goldene Herbsteszeit,
Und die Birnen leuchteten weit und breit,
Da stopfte, wenn’s Mittag vom Thurme scholl,
Der von Ribbeck sich beide Taschen voll,
Und kam in Pantinen ein Junge daher,
So rief er: „Junge, wist’ ne Beer?“
Und kam ein Mädel, so rief er: „Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick hebb’ ne Birn.“

So ging es viel Jahre, bis lobesam
Der von Ribbeck auf Ribbeck zu sterben kam.
Er fühlte sein Ende. ’s war Herbsteszeit,
Wieder lachten die Birnen weit und breit,
Da sagte von Ribbeck: „Ich scheide nun ab.
Legt mir eine Birne mit in’s Grab.“
Und drei Tage drauf, aus dem Doppeldachhaus,
Trugen von Ribbeck sie hinaus,
Alle Bauern und Büdner, mit Feiergesicht
Sangen „Jesus meine Zuversicht“
Und die Kinder klagten, das Herze schwer,
„He is dod nu. Wer giwt uns nu ’ne Beer?“

So klagten die Kinder. Das war nicht recht,
Ach, sie kannten den alten Ribbeck schlecht,
Der neue freilich, der knausert und spart,
Hält Park und Birnbaum strenge verwahrt,
Aber der alte, vorahnend schon
Und voll Mißtraun gegen den eigenen Sohn,
Der wußte genau, was damals er that,
Als um eine Birn’ in’s Grab er bat,
Und im dritten Jahr, aus dem stillen Haus
Ein Birnbaumsprößling sproßt heraus.

Und die Jahre gehen wohl auf und ab,
Längst wölbt sich ein Birnbaum über dem Grab,
Und in der goldenen Herbsteszeit
Leuchtet’s wieder weit und breit.
Und kommt ein Jung’ über’n Kirchhof her,
So flüstert’s im Baume: „wiste ne Beer?“
Und kommt ein Mädel, so flüstert’s: „Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick gew’ Di ’ne Birn.“

So spendet Segen noch immer die Hand
Des von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland.

Theodor Fontane

Achim Reichel hat dieses Gedicht kongenial vertont. Macht Spass.

Ganz beduselt vor Freude. mick

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From → Liebe, Musik

15 Kommentare
  1. Wie Wunderbar…Kind, und Baum und Familie und so…ich habe übrigens auch ne Vertonung von Ribbeck auf meinem Blog *g*, ne andere: http://reingelesen.wordpress.com/2013/06/09/fontane/

    Glückwunsch!!

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  2. Das sind schöne Neuigkeiten, alles Gute : )

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  3. Mögen sowohl Kind als auch Baum prächtig gedeihen!

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    • mickzwo permalink

      Alle Kinder, ob Freunde oder Familie bekamen von mir so einen Baum. Irgendwas, neben all dem wichtigen und richtigen, muss man ja tun. Es ist immer wieder ein tolles Gefühl. Danke für die guten Wünsche!

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  4. B-Wederwill-Team permalink

    Alles Gute!
    Ein schöner Beitrag, vor allem auch zusammen mit den schönen Schlagworten.
    Beste Grüße,
    Birgit Marienthal, Wederwill-Team

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  5. ZAUBERhafte WELTen……

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  6. Herzlichen Glückwunsch!

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  7. Ja, ein neues Menschenkind ist zauberhaft!!!!

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