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Toggle – nochmal

4. Januar 2014

Vor etwa zwei Jahren begegnete mir ein Buch mit dem Titel: Toggle. Die Geschichte dahinter war ein Medienereignis, wieder. Da wurde eine Sau durch ein Dorf getrieben. Wohin bloß?

Eindeutigkeiten zu vermeiden ist die größte Kunst des gelungenen Geschäfts.(S.300)
Ideen, die einmal in der Welt sind, können nicht mehr rückgängig gemacht werden. Verbieten kann man sie, unterdrücken auch. Aber irgendwo tauchen sie immer wieder auf.

Und so beginnt unsere Geschichte erstmal im Frankreich des 18. Jahrhunderts. Es war das gesellschaftliche Zentrum der damaligen Welt. Die Diskussion, die dort geführt wurde, ist heute aktueller denn je.

Was ist ein Mensch wert? Wie wird das ermittelt und von wem? Wonach soll sich also unser aller (Zusammen-)Leben richten? Manche befinden sich auf der Sonnenseite dieses Lebens, während andere eher unbeachtet ein Schattendasein führen oder noch viel Schlimmeres.

Die Gesellschaft und das Wohlergehen ihrer Bewohner sind Kern der Überlegungen. Vordergründig regt das nur eine Minderheit auf, obwohl es quer durch Gesellschaften geht. Heute wie damals ist die globale Welt nicht wirkungslos. Langweilig ist das schon gar nicht.

Du bist immer drin, wenn du mal drin warst. Es gibt keine Vergangenheit, die sich von der Gegenwart trennen lässt.(S. 213) Wir haben hier wohl so etwas, wie einen roten Faden in der Geschichte. Platon würde sich gewiß vor Freude auf die Schenkel klopfen.

Die Absicht hinter der Absicht ist oft so entwaffnend einfach. Es geht um Macht und Kontrolle. Sie gilt es zu sichern, und zwar für die richtigen(!) Menschen. Wie erkennt man die Absicht hinter der Absicht? Mit Mustererkennung beginnt es.

Toggle ist eine handfeste Realsatire. Sehr modern, sehr aktuell und, wie es sich für ordentliche Satiren gehört, sehr politisch.

Zur Vertiefung empfehle ich Vance Packard: Die geheimen Verführer oder auch Vermeers Hut, geschrieben von dem Kunsthistoriker Timothy Brook. Ferner bei Wikipedia die Artikel zur Mustererkennung und zu Baron de Montesquieu.

Florian Felix Weyh: Toggle. Roman 2012. Galiani. Berlin. ISBN 978 3 86971 041 9
In guten Bibliotheken und im Handel.

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From → Liebe

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