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Sorbas

6. Januar 2014

Das war so ein typischer lasy sunday afternoon. So etwas macht nur als Lied Spaß. Bedingt. Diese Stadt war so tot, wie die Zeit, die ich vorhatte noch tot zu schlagen. Bürgersteige hatten die damals noch mehr als heute. Sie schienen mir alle noch hoch geklappt vom Samstag Abend davor.

Dabei war es schon lange Nachmittag. Ich hasste diese Stadt, das war Verzweiflung pur und ich wollte wirklich nur weg. Aber meine Phantasie reichte in der Tat nicht über diese Stadt hinaus. Nichtsnutzig ging ich durch die Straßen bis ich dieses Kino fand. Universum. Na ja.

Drinnen war der verblichene Charme eines nicht genutzten Kinosaales. Ich weiß bis heute nicht, warum ich da rein gegangen bin. Ein alter Film, schwarz-weiß. Nicht mal ein Western. Es gab nur dieses Programm. Immerhin versprach es Leere und Dunkelheit. Kam mir wohl zupass.

Dann ging der Vorhang auf. Und dann ging er wieder zu. Dazwischen war Film! Ich glaube fest, dass ich nicht auch nur einmal woanders hin gesehen habe, als auf diese Leinwand. War nicht pinkeln, musste nichts essen oder trinken. Es war nur dieser Film und ich. Diese Bilder waren komisch, traurig, dramatisch und fesselnd. Eine pralle Geschichte.

Viel später habe ich das Buch dazu gelesen und vieles wieder gefunden aus diesem Film. Aber so ein Kinoerlebnis vergisst man nicht. Man ist für immer verdorben gegen seichten Mist. Und dankbar.

Alexis Sorbas mit Antony Quinn, Alan Bates, Irene Papas und Lila Kedrova. (Kürzlich als Video DVD wieder gefunden.)

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From → Liebe

2 Kommentare
  1. mickzwo permalink

    Wenn ich mit mir im Reinen bin – so sagt man wohl – finde ich diesen Zustand herrlich. An diesem Sonntag, es war Sommer, da dachte ich: um Himmels Willen, wo bist Du nur gelandet. Keine Freundschaft, keine Liebe. Nur Ödnis und Piefigkeit. Dieser Film hat mich damals gerettet. Das war in der Tat wunderbar!

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  2. Sonntag: Nothing to do, nowhere to go. Eigentlich ein Idealzustand und dabei so schwer zu ertragen. Manchmal. Die meisten Filme, von denen es eine Blaupause auf meiner inneren Leinwand gibt, habe ich an einem Sonntag gesehen. Unter vielen anderen auch diesen hier. Sorbas und Quinn waren seitdem immer ein und dieselbe Person für mich. Wunderbar!

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