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Alles was ich hab‘

22. Januar 2014

Samma, bis du eigntlich stichmatisiert? hat mich mal einer gefragt. Ich habe da mit Ja geantwortet, hoffend der Frager würde mich dann verschonen. Zwanzig Jahre später habe ich dann herausgefunden was das bedeuten soll. Egal, damals hätte ich zu allem Ja gesagt.

Dann sagte er noch: Du has‘ doch ’n Hau, aber so’n richtigen! Das war eindeutig und zuviel. Ich wusste damals noch nicht, dass es einen gleichnamigen Ort gab. Wie gesagt, zwanzig Jahre… Aber das mit dem Hau tat einfach weh. Schon klanglich war das so. Da habe ich dann doch nein gesagt. Leise, so für mich. Nun musste ich lernen und beobachten. Sowas geht nicht ohne weiteres.

Doch die Momente hat man einfach im Sack. Die guten und die schlechten. Den Sack hat man immer dabei. Ob mal will oder nicht. Irgendwann habe ich für mich beschlossen ab und an einen Blick in den Sack zu werfen. Erstaunlich was da dann alles so zu finden ist. Besonders wenn man nicht sucht.

Es ist immer notwendig auch um die schlechten Momente zu wissen. Man muss darin ja nicht baden. Doch manches Mal muss man auch die wahrnehmen. Besser ist es, die guten Momente zu finden. Es gibt so viele davon. Halt und Orientierung. Darauf kommt es an.

Wege kommen uns oft seltsam vor. Das stimmt wohl.

Herman, ruft ein Mann, und ich lauf‘ fort.
Herman, ruft eine Frau, und ich zögere,
Herman, ruft ein Kind, und ich fühl‘ mich alt.
Herman, ruft der Wind, und mir wird kalt.

Alles was ich sag‘, sag‘ ich einem andern,
und alles, was ich geb‘, geb‘ ich einem andern,
alles was ich hab‘, ist ein Name nur,
den hab‘ ich von einem andern.

Die Hand, die ich geb‘, geb‘ ich einem andern,
und die Tränen, die ich lass‘,
wein‘ ich um einen andern,
den Sinn, den ich hab‘, hab‘ ich in einem andern,
und die Liebe, die ich fühl‘, ist für einen andern.

Nur meine Gänsehaut ist von mir selbst. *

Des Öfteren kollidiert da was. Das kann schon Ausmaße anmnehmen. Zeit kann man nicht backen. Das könnte man beachten.

* Herman van Veen: Liederbuch. Hier: Alles was ich hab‘, Polydor, 1977
Tolle Musik, nichts für Weicheier.

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From → Liebe, Musik, Sprache

3 Kommentare
  1. und was solls nun bedeuten??

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    • mickzwo permalink

      Hau ist ein Ortsteil der Gemeinde Bedburg am Niederrhein. Und den Begriff ‚Stigma‘ (altgriechisch στíγμα, Mehrzahl Stigmata) bedeutet wörtlich Stich-, Punkt-, Wund- oder Brandmal (Vergl.: http://de.wikipedia.org/wiki/Stigma)
      Der hat einen „Hau“ und der ist „stichmatisiert“ bedeutete Umgangssprachlich – zu jener Zeit – in jedem Fall etwas Negatives: verrückt oder so ähnlich. Es war immer auch abwertend gemeint und sollte jemanden einschüchtern oder zum Schweigen bringen. Man verstand es aus dem Zusammenhang, auch wenn man die Begriffe nicht zuordnen konnte. Als Kind oder Fremder war das ja oft gegeben.
      LG, mick

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      • DANKE dir lieber MICK für deine Erläuterung……ja bei uns gibt es auch ein BETTburg HAU….((HOI))…wenn einer einen hatte….**FG**hab einen guten TAG….HERZlichst ANDREA:))

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