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Heintz Rudolph Kuntze sein Bruder war wieder da – nochmal (3)

1. April 2014

Dein ist mein ganzen Herz. *

Sie wissen schon: Der sieht aus wie der Ältere, ist aber wohl jünger. Doch, ich glaub schon. Da gibt es gar keinen Zweifel. Das war er. Stieg zu im Bus, als sei es wie immer. Der hatte ja sogar einen Regenschirm dabei. Ob das nun sein eigener war, das weiß ich nicht.

Auf jeden Fall trug er einen Schirm bei sich. Dabei hatten sie gar keinen Regen versprochen. Nicht mal Fisseln sollte es. Sie wissen nicht was Fisseln ist? Das ist jetzt nicht wahr… Fisseln ist wenn, ja wie sagt man? Genau: Es will zwar regnen, aber die haben nicht genug Wasser dafür. Fisseln eben. So schwer ist das nun auch wieder nicht.

Also, der Schirm. Heintz Rudolph Kuntze sein Bruder, der jünger ist aber älter aussieht, hatte wohl noch an das Brötchen to go von damals gedacht. Sie erinnern sich doch noch an die Geschichte. Ich meine da hat es ja nun wirklich geregnet. Nicht so ein bisschen gefisselt.

Geregnet hat es und fag nicht nach Sonnenschein. Also, das Brötchen muss damals wirklich zermatscht gewesen sein, so war das am Regnen. Klar, dass man so was nicht vergisst. Der wollte bestimmt für neue Brötchen ausgerüstet sein.

Also man muss sich das mal vorstellen. Rein bildlich betrachtet meine ich. Der war ja sogar auf der gleichen Strecke unterwegs. Einen Rucksack hatte der dabei. Das Brötchen habe ich nicht gesehen, schließlich war der Rucksack ja zu. Ich konnte ihn ja schlecht fragen was er da drin hatte. Die Bäckerei am Bahnhof hatte ja auch geöffnet.

Von Natur aus bin ich nicht neugierig und was so einer in seinem Rucksack hat, geht mich ja nun wirklich nichts an. Aber nur mal angenommen. Zu zu trauen wäre ihm das schon. Wenn man einmal so eine Gewohnheit hat. Zeigen würde ich das allerdings auch nicht jedem. Ich meine, merkwürdig ist das schon etwas.

Auf jeden Fall, der setzte sich kackendreist vor mich, tat aber so, als sei überhaupt nichts gewesen. Also, rein gar nichts. Saß da, wie die Unschuld von Lande persönlich. Ich meine, so dreist kann man doch nicht sein. Schließlich ist man sich doch schon begegnet. Unglaublich oder? Na ja. Müssen sie ja selbst wissen, solche Leute.

Älter ist er schon geworden und etwas zugenommen hat er auch. Also nicht viel aber schon etwas. Und älter sah der ja immer schon aus. Müde war der auch. Gut, es war früh am Tage, aber so müde braucht man da auch nicht sein. Schließlich müssen wir alle früh aufstehen. Vielleicht gilt das für gewisse Herrschaften nicht, aber für die ehrlich Arbeitenden schon. Irgendwo muß es ja herkommen. Oder wie sehen sie das?

Es muss eben jeder selbst wissen, was er so mit dem Tag anfangen will. Dazu sollte man dann aber auch stehen. Und nicht so tun, als ob. Eigentlich ist es aber auch egal. Wir reden sowieso nicht mit einander, da kenne ich doch ganz andere.

Wirklich, ich kenne da ganz andere. Und mit denen rede ich dann auch. Echt. Ich muss jetzt sowieso bald aussteigen. Zur Arbeit, sie verstehen. Es lohnt doch nicht kurz vor dem Aussteigen noch ein Gespräch anzufangen. So im Aufbruch, oder?

* Heinz Rudolf Kunze: Dein ist mein ganzes Herz. LP, 1985.

(Siehe dazu https://de.wikipedia.org/wiki/Heinz_Rudolf_Kunze und
https://de.wikipedia.org/wiki/Dein_ist_mein_ganzes_Herz)

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From → Liebe, Musik

One Comment
  1. mickzwo permalink

    Hat dies auf Fett/Anthrazit Blog rebloggt und kommentierte:

    Bevor man sonst irgend einen Blödsinn macht, da kann man auch getrost Bus fahren.

    Gefällt mir

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