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Der silberne Schwan

1. August 2014

Hier kennt jeder jeden, weiß aber nichts vom Anderen. Väter, Mütter, Kinder, Eheleute, Onkel und Tanten, Geliebte sowieso, Nachbarn auch; alle kennen sie einander und doch sind sie sich fremd.

Sie haben Angst voreinander – selbst Geliebte fürchten sich vor dem Anderen (ein Widerspruch in sich, der wohl auch so gemeint ist). Man ist immer ausgesprochen höflich und hat ein feines Gespür für die Gefühlsregungen des Anderen, versteht aber nichts.

Quirke – der Protagonist – bringt es auf den Punkt: „Nichts ist so, wie es scheint.“ (S.83) Eine bleierne Atmosphäre. Distanz überall. Woran ist Deirdre Hunt gestorben? Umgebracht hat sie sich nicht. Da ist man schnell überzeugt. Alles Andere bleibt rätselhaft.

Man stößt dabei auf Gedanken und Verhältnisse, in denen irgendwer herum stochert. Dabei findet man sich oft auf Nebengleisen wieder, um unvermittelt einem ICE hinterher zu sehen.

Ich weiß nicht, ob dieser Kriminalroman ausgesprochen irisch ist. Melancholisch ist er, das Wetter stets wechselhaft, die Atmosphäre dunstig und sehr grüblerisch. Wenn man genau liest, dann wird diese Angelegenheit zunehmend gruselig. Mal sehen…

Benjamin Black: Der silberne Schwan. Kriminalroman. rororo 2010.
ISBN 978 3 499 24818 4
(In Buchhandlungen und ordentlichen Bibliotheken, wo sonst.)

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From → Liebe, Sprache

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