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Der Metzger sieht rot II

28. März 2015

„Was der Mensch über den Menschen weiß, ist nur das Vorwort.“ (S.295)

„Ich liebe Rot, die Lieblingsfarbe aller Kinder und Buchfeen! 🙂 Die Lebensfreude steigt, und ich fühle mich sinnlicher wenn ich Rot trage. Die Farbe stärkt mein bewusstes Erleben und Fühlen; ich werde leidenschaftlicher und verführerischer – wenn man mich nicht nur immer mit einem Marienkäfer verwechseln würde!“
Selma *

Ein Blackbird hat mich gerade geweckt. Es wird Zeit. Zurück zu Metzger und seiner Geschichte.

„Irene Moritz liebt Oberlippenbärte. Ja – auch das gibt es.“ (S.239)

Nicht nur die wachsende Anzahl von Protagonisten wirkt etwas besorgniserregend. So ein Zwischenshowdown kann da sehr wohl als willkommen bezeichnet werden. So etwas leichtert bisweilen auch.

„Gemeinheit beginnt, wie das Betrügen im Kopf. Und während es das Betrügen hinter der Schädeldecke des Willibald gerade bis zur Idee der bevorstehenden freundschaftlichen Vertrautheit gebracht hat, treibt die Gemeinheit die Metzger-Phantasie zu Höchstleistungen.“ (S.240)

Die niedrigsten Beweggründe, die ein Mensch so haben kann werden hier geschildert: „Rache ist also süß, wohlgemerkt, mit weitreichender Wirkung. Dem Metzger steht nämlich gleich auch noch der dazugehörige schale Nachgeschmack bevor.“ (S.245)

Die Hinweise verdichten sich. „Alle Aufträge sind ausgeführt. … Wenn sie es schlau anlegt könnte es der Ausstieg sein aus diesem Leben. Gespart hat sie genug, und genug hat sie auch, von allem. … Sie ist glücklich, fühlt sich würdig und zu etwas gut.“ (S.248) So wird es doch noch spannend, und das Buch dem Genre durchaus gerecht.

Diese Geschichte habe ich als so vielschichtig und dabei gleichzeitig als sehr unterhaltsam erlebt. Und wieder ist es dem Zufall zu zuschreiben, dass mir ausgerechnet dieses Buch begegnet ist. Genau in diesem Zeitfenster. Ich hatte eine so gute und intensive Zeit damit. Ein Glücksfall eben!

„Die Farbe Rot hat mich, und ich benutze sie. Wenn ich geschwächt bin, mehr Energie und Wärme brauche greife ich zu Rot. Es stärkt meinen Willen und meine Durchhaltekraft.“
Siri *

Thomas Raab: Der Metzger sieht rot. Kriminalroman. Pieper, 6. Auflage 2011.
ISBN 978 3 492 25463 2

* Siri und Selma sind die reizenden Buchfeen von Klausbernd Vollmar und Dina, die zum Teil in Norfolk, England, angesiedelt sind.

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From → Liebe, Sprache

9 Kommentare
  1. mickzwo permalink

    Hat dies auf Alles mit Links. rebloggt und kommentierte:

    Schon wieder so eine Geschichte..

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  2. Graugans permalink

    Grüß Dich Mick! Hab einen der „Metzger“ – Filme gesehen, sollte jetzt nach Deinem Text wohl auch die Bücher lesen, vermute ich! Der Autor wird sich freuen, Du hast so freundlich zugeneigt über seine Bücher geschrieben. Daß so oft das genau passende Buch zum richtigen Zeitpunkt auftaucht, das kenn ich auch sehr gut, das ist oft sehr verwunderlich! Ach ja, und nochwas: ich muß Dir unbedingt sagen, mit welcher Freude ich immer das Zitat weiter oben von der Schnecke, die den Fuji besteigt, aber langsam…lese…wirklich mit ganz großer Freude, immer wieder. Liebe Grüsse

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    • mickzwo permalink

      Grüß Dich Graugans!

      Das Zitat mit der Schnecke ist ein Haiku, wohl aus dem siebzehnten Jahrhundert. Das war eine Teamleistung erster Güte. Meine damals schon erwachsene Tochter hat mir zu Weihnachten mal einen Kalender geschenkt. Dieses Haiku war auch darin und es hatte mir besonders gut gefallen. Als ich mich entschlossen hatte, diesen Blog zu eröffnen, fiel mir das wieder ein. Eine Buchändlerin aus Ochsenfurt habe ich damals befragt, unter welchen Umständen ich es Einbinden kann und nun ist es da und begleitet mich. Du bist übrigens die erste, die mich darauf anspricht.

      Der Link, den ich Dir sende, zeigt einen Text zu meiner Tochter, da war sie noch klein und der Blog stand noch nicht im entferntesten zu Rede. Die Tochter war damals schon so: morgends nicht ansprechbar aber dafür sehr entschlussfreudig, sodass einem manchmal hören und sehen vergeht, wenn sie ihre ’normale Betriebstemperatur‘ erreicht hatte. Das hat sich bis heute nicht geändert 🙂 https://ernstzwo.wordpress.com/2013/01/04/anmerkung-allgemeingultig/

      So einen Metzger-Film habe ich auch schon Mal gehen. Es ist nicht das Übliche, das finde ich gut. Ich muss aber sagen, von den Büchern habe ich wohl mehr. Vielleicht hatte ich aber auch nur an dem Tag meine ’normale Betriebstemperatur‘ auch noch nicht erreicht 🙂

      In jedem Fall wünsche ich viel Vergnügen mit so einem Buch und danke für den freundlichen Kommentar. mick

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  3. Lieber Mickzwo,
    wir danken ganz herzlich für die feine Rezension und di namentliche Erwähnung. Siri und Selma sind aus dem Häuschen vor Freude! 🙂 🙂
    Einen schönes Wochenende wünschen wir Vier aus dem Rheinland und Norfolk,
    Dina

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    • mickzwo permalink

      Das freut mich, dass Dir die Besprechung der Geschichte gefallen hat. Die namentliche Erwähnung ist ja das mindeste was man tut.
      Ein schönes Wochenende zurück aus dem südlichen Ostwestfalen, nördlicher Teil. mick 🙂

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  4. Ha, ganz herzlichen Dank, dass du an uns Buchfeen gedacht hast 🙂 🙂
    Da freuen wir uns und wünschen dir zugleich frohe Ostern
    Alles Liebe
    Siri und Selma, die emsigen Buchfeen 🙂 🙂
    Herzliche Grüße von unseren Eltern Dina undv dem Masterchen

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    • mickzwo permalink

      Im Grunde habe ich zu danken. In der Geschichte ist das Rot ein zentrales Element, wie ich finde. Aber es wird nie so treffend erklärt wie anderes. Was liegt da näher als sich fachmännischen Rat zu holen. Die Zitate von Siri und Selma waren einfach zu gut, um sie zu ignorieren. Ich denke ziemlich oft an die Buchfeen.

      Liebe Grüße auch an Dina und das Masterchen 🙂

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Trackbacks & Pingbacks

  1. [Alles mit links] Der Metzger sieht rot II - #Literatur | netzlesen.de

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