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Athlet

1. Juni 2015

Insomnia:
Das eine, von dem wir nie genug bekommen können, ist Liebe. Und das eine, von dem wir nie genug geben, ist Liebe.

„Liebe muß nicht bitten, auch nicht fordern.“ (…) Henry Miller ist nicht nur fünfundsiebzig sondern auch frisch verliebt.

Er zitiert Hermann Hesse und schreibt weiter: Man muß durch die Hölle gehen, bevor man eine so ungeheuerliche Wahrheit akzeptieren kann. Der Zyniker wird sagen, das ist etwas für Engel oder Heilige, nichts für sterbliche Menschen. Aber das Schreckliche ist, daß gerade das Unmögliche von uns gewöhnlichen Menschen verlangt wird. Wir sind es, für die Versuchung zur Erlösung führt. Wir sind es, die durchs Feuer gehen müssen – nicht um Heilige zu werden, sondern um vollkommen und für immer menschlich zu werden. Wir sind es, die mit unseren Fehlern und Schwächen die großen Meisterwerke der Literatur inspirieren. Wir sind selbst an unserem tiefsten Punkt noch vielversprechend.

Insofern hat die Geschichte um Harold Fry etwas athletisches.

Henry Miller: Insomnia oder Die schönen Torheiten des Alters. rororo. Hamburg 1987. ISBN 980 3 499 1 4087 X

Fett/Anthrazit Blog

Diese Athleten!
Ein Bild für zwei Akteure, und drei bis vier Zuschauer.

Mitten im Ahornsportpark, in der großen Kampfbahn steht eine Mauer. Schön weiß verputzt hebt sie sich ab vom satten Grün des kurz gehaltenen Rasens. Diese Mauer misst etwa vier Meter in der Länge, zwei Meter und fünfzig in der Höhe und exakt dreißig Zentimeter in der Tiefe.

Auf der Schattenseite sitzt eine Schöne mit einem Cocktail und fächelt ein wenig gelangweilt kühle Luft auf ihren dezenten Freizeitdress. Es ist heiß. Da taucht am Ende des Platzes der Athlet auf. Mit vollkommener Sicherheit geht er den kleinen Hang hinunter und durchmisst die sportliche Weite, direkt auf die Schöne zu.

Er geht gemessen, so wie einer, der sein Ziel genau kalkuliert hat und die Bedingungen kennt. Er weiß, dass er gut trainiert ist. Sein Zeitpunkt ist da! Während dessen vergisst die Schöne das Fächeln und es wird ihr noch etwas…

Ursprünglichen Post anzeigen 555 weitere Wörter

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2 Kommentare
  1. „Aber das Schreckliche ist, daß gerade das Unmögliche von uns gewöhnlichen Menschen verlangt wird.“ wohl wahr… gut, wenn man erkennt, dass man nur ‚gewöhnlich‘ ist.
    Hab gerade mal auf deinen blogs gestöbert, bin bei den unkitschigen Frühlingsgedichten gelandet auf (Fett/Anthrazit) und es war ein vergnüglicher Spaziergang durch bereits gelesene und unbekannte Beiträge. Vielen Dank!

    Herzliche Abendgrüße sendet dir
    Marlis

    Gefällt 1 Person

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  1. [Alles mit links] Athlet - #Literatur | netzlesen.de

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