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Für immer Dein

22. Juli 2015

Sind sie Baseballfan?

Montag sahen wir einen Film im ARD Sommerkino, so zu sagen als Absacker: Für immer Dein, Spielfilm Kanada 2012 (Still Mine) Der begann so. Zuerst schwankten wir zwischen Amusement und Irritation. In der Rückblende verstanden wir allmählich worum es ging.

Nach Jahrzehnten des Zusammenlebens lieben Craig Morrison und Irene sich noch wie am ersten Tag. Als seine gebrechliche Frau sich bei einem Treppensturz verletzt, wird dem 86-Jährigen klar, dass das Haus mit seinen Stolperfallen für ihre alten Tage ungeeignet geworden ist. Mit bloßen Händen errichtet der versierte Handwerker einen Alterswohnsitz, der ihren Bedürfnissen entspricht. Der Baubehörde ist das jedoch ein Dorn im Auge. Sie zwingt Craig auf seine alten Tage vor Gericht. (Zitat, Programm- vorschau, ARD.) Auch Kinder und Freunde sind wenig erbaut von seinen Plänen.

Es geht immer darum sich selbst und den anderen zu begegnen. In dem Blog von Koriandermadame war so ein Gedanke, der brachte mich darauf: Das kann unendlich kompliziert werden, muss es aber nicht. So etwas gibt Hoffnung. Mehr nicht aber auch nicht weniger 🙂

Manchmal kommt man – ungewollt, vielleicht – in Konflikt mit der Allgemeinheit. Da muß man dann durch. Oder man gibt sich zufrieden. Der Film von Montag passt ganz gut zu der Sammlung von Kurzgeschichten Wovon wir reden, wenn wir über Liebe reden. Als Gegenbeispiel zeigt er, wie Menschen sich verhalten, was sie tun können und mit welchen Risiken sie sich auseinander zu setzen haben – wenn sie es denn ernst meinen.

Es ist nicht das Gegenbeispiel zum Buch, dazu ist der Band mit der Sammlung von den Kurzgeschichten Carvers zu vielschichtig. Aber ein Beispiel was Liebe sein kann, wozu sie die Menschen fähig macht und wozu nicht, das ist der Film schon.

Das ist ein lupenreiner Western. Nur spielt er in Kanada und nicht im Heimatland dieses Genres. Das Gewaltmonopol war in Kanada von je her in der Hand der Mounties, der königlichen Polizeitruppe. Trotz aller Unterschiede fühlte ich mich dann doch an Gran Torino erinnert.

Was es mit dem Baseball auf sich hat, wird in dem Film natürlich auch geklärt. Ob der Richter nun ein Fan dieser Sportart war, ist nebensächlich. Zumindest zeigte er Sportsgeist. Der Angeklagte war es – soviel steht schon mal fest.

Man könnte es auch mit Erich Kästner sagen. Der Film hat mit Sicherheit etwas Schmonzettenhaftes, Altertümliches an sich. Trotzdem ist er für mich ein wundervoller Film, der vieles ist, nur nicht betulich und schon gar nicht langweilig.

Michael McGowan (Regie): Für immer Dein, Spielfilm Kanada 2012 (Still Mine)
Mit: James Cromwell, Chuck Shamata, Geneviève Bujold, u.a.;

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From → Liebe

3 Kommentare
  1. Shade, den Film habe ich verpasst. Werde ich aber nachholen, nachdem ich diese feine Rezension gelesen habe. Ich stürze mich gleich auf die Mediathek! Vielen Dank für den Hinweis, Mickzwo! 🙂

    Gefällt 1 Person

    • mickzwo permalink

      Ich hoffe, Du hast den Film mittlerweile auftreiben können. Im rechten Moment kann der ganz formidable sein 🙂

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Trackbacks & Pingbacks

  1. [Alles mit links] Für immer Dein – #Literatur

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