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Rückkehr zum Paradoxon des Scheiterns

4. Dezember 2015

Rückkehr zum Paradoxon des Scheiterns (S.136)

Scheitern zwingt uns, unsere Handlungen zu überdenken und zu lernen. Scheitern verbindet uns direkt mit den Ereignissen im Spiel; es beweist uns, dass wir etwas bedeuten, dass die Welt nicht einfach weiter läuft, ganz gleich, was wir tun. Dennoch hat das Scheitern im Spiel eine rekursive Qualität. Beispielsweise kann Apters Umkehrtheorie erklären, weshalb wir uns der „Gefahr des Spielens“ ausliefern und dennoch dazu neigen, langweilige Strategien zu wählen, sobald das Spiel begonnen hat, um ein Scheitern zu verhindern. Für jeden Erklärungsansatz dafür, wie unterschiedlich oder ähnlich Scheitern im Spiel und Scheitern im realen Leben sind, lässt sich eine Ausnahme finden. Ein naheliegender Ausweg wäre die Annahme, das die empfundene Schwere beim Scheitern im Spiel rein subjektiv ist, dass es genau der Bedeutung entspricht, die wir ihm beimessen wollen. Die aber würde unsere Selbstkontrolle arg überschätzen. (S.137f)

Ich erwähnte schon, dass Juul gerne spielt und der Spielspaß und das Scheitern in Spielen für den Autor kein Gegensatz ist. Allerdings gibt es für ihn auch Tragödien – im realen genauso wie im fiktiven Leben – die er nicht erleben will.

Und es gibt Spiele, die wir mit Geschwistern, Rivalen, Vorgesetzten oder auch allein nicht spielen wollen, weil wir Angst haben zu verlieren. (S.138)

Menschen sind offenbar so; oft bieten sie uns Rätsel. Sie sind kaum perfekt. Manchmal können wir solche Menschen beobachten und denken bei uns, wir hätten es entdeckt. Und im selben Moment kann alles ganz anders sein.

Kein Buch steht gern allein *

Jesper Juul: Die Kunst des Scheiterns. Warum wir Videospiele lieben, obwohl wir immer verlieren. Aus dem Englischen übersetzt von Annette Kühn. LUXBOOKD.LUFTRAUM 2015.
ISBN 978 3 939557 89 7

* Wohl Verlagswerbung, auf der letzten Seite – könnte aber auch..;-)

In guten, öffentlichen Bibliotheken und im Handel.

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From → Liebe, Sprache

4 Kommentare
  1. jesper juul kann ich auch empfehlen. einst las ich: „dein kompetentes kind“ und es gibt sätze, die habe ich bis heute nicht vergessen!

    Gefällt 1 Person

Trackbacks & Pingbacks

  1. [Alles mit links] Rückkehr zum Paradoxon des Scheiterns – #Literatur

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