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Wider die Natur

27. Juli 2016

Leicht hat es einen aber man hat es nicht leicht. (trad.)

Der Erzähler beginnt, quasi als Vorwort, mit den Legende von Abelard und Heloise. Jener wunderbar-traurigen Begebenheit, die im Frankreich des 12. Jahrhunderts sich manifestiert und in der ein oder anderen Form uns immer wieder begegnet. So oder ähnlich.

Das Leben ist banal und dabei für den einzelnen mit so unbegreiflichen Wendungen. Zum Teil ist es wunderbar und nicht zuletzt subjektiv. Viel Banales ist dabei und: es ist kein Ponyhof. Schon gar nicht für einen Zauderer, wie unser Protagonist einer ist: „Ich habe Angst, sagte ich. Wovor hast du denn Angst?, fragte er. Da mussten wir lachen.“ S.54

Er lebt eigentlich nur in Zufälligkeiten. Macht seine Entscheidungen, und damit sich, abhängig von Äußerlichkeiten; oft ist etwas beliebiges zu fühlen. Dabei kommt er sich großartig vor. Er verhält wie ein Tier, das am Nasenring geführt wird.

„Ich musste falsch sein, ich war falsch, und ich konnte nicht schreiben; ich war kein Schriftsteller mehr.“ S.92 Mittlerweile hat er eine Tochter aber er ist noch immer nicht in der Lage, das Leben eines Erwachsenen zu führen. Und das bedeutet auch eigene Entscheidungen zu treffen und sie irgendwie auszuführen.

Man hat es nicht leicht. (Siehe oben.) Wer nichts tut wird trotzdem alt. Dem Leben ist das herzlich egal. Nichts für Weicheier.

Als er die Liebe seines Lebens trifft wird sich daran nichts ändern. Auch sie wird ihn verlassen. Aus gutem Grund. Er, jedenfalls, versinkt im Chaos seiner Gefühle.

Unser Held wird es überstehen, wie so vieles und so viele. Da bin ich unverbes-serlicher Optimist. (Beim Schreiben von Optimist fiel mir gerade auf, dass da Mist drinsteckt. Hm.)

Aufmerksam geworden bin ich auf dieses unglaubliche und schöne Buch durch einen Artikel im Blog A Readmill of my mind von Achim Spengler, dem ramblingbrother.

Tomas Espedal: Wider die Natur. (Die Notizbücher) Aus dem Norwegischen von Hinrich Schmidt-Henkel. Mattes & Seitz Berlin 2.Auflage 2014
ISBN 978 3 88221 188 7

PS.: Wenn man sich keine Erinnerungen schafft, tagtäglich schafft… dann kann man sich auch nicht erinnern. *

* Hanns Dieter Hüsch Das Neue Programm, 1981. Hier: Liebe auf Niederrheinisch 😉 Ich konnte es mir einfach nicht verkneifen.

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From → Liebe, Sprache

11 Kommentare
  1. Auch „Gehen oder die Kunst, ein wildes poetisches Leben zu führen“ von ihm, ebenfalls bei Matthes & Seitz erschienen , ist unbedingt lesenswert.
    Kostproben daraus sind in meinem Blog zu finden, bitte in den Suchbegriff Espedal eingeben, falls Interesse daran besteht.
    Abendlicher Stöbergruß vom Dach, Karin

    Gefällt 1 Person

  2. Schön, dass du es gelesen hast 🙂 Espedal spricht sich immer mehr herum.

    Liebe Grüße

    Achim

    Gefällt 1 Person

  3. Mein Fahrradhändler neulich: immer opti! Der Mist kommt von alleine. (Zu: tradiert.)

    Gefällt 1 Person

  4. Großartiges Buch! Ich empfehle dieses Buch auch gern, es ist in einer wunderbaren poetischen Sprache geschrieben, sehr kraftvoll auch. Ich konnte es kaum aus der Hand legen.

    Gefällt 1 Person

Trackbacks & Pingbacks

  1. [Alles mit links] Wider die Natur – #Literatur

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