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nichts bleibt schön, als das erfundene *

5. August 2017

heute war hier der erste ernst zu nehmende frühlingstag. sofort habe ich bäume und büsche ein- und umgegraben. herrlich. und wie zur krönung – bei sonnenschein – hörte ich die kraniche übers dorf ziehen.
man!
24.02.2010

heute im bus einen gesehen, der aussah, wie der bruder von heintz rudolph kuntze. ich glaube, es war der jüngere. sah aber älter aus.
sonst: nix.
25.02.2010

heintz rudolph kuntze (sein bruder!) hatte ein brötchen to go mit dabei, als er in den bus stieg. vielleicht wollte er ihm etwas die stadt zeigen.
viel wind und etwas regen heute.
sonst: nix.
26.02.2010

ich glaube der mann, der aussieht wie heintz rudolph kuntze sein bruder, hat sich mit seinem brötchen to go in dieser stadt gründlich verlaufen. selbst kleine städte können unterschätzt werden.
heute habe ich wieder kraniche gesehen. bestimmt einhundert tiere. die bildeten einen knäuel am himmel. gar keine eins – wie sich das gehört. hoffentlich haben die keine bankenkriese oder so was…
27.02.10

ein tag, der so eklig beginnt, kann nur gewinnen. dauerregen und wind. dabei keine aussicht auf besserung. von kranichen keine spur. die nachrichten? himmel! die ganze welt scheint mal wieder entschlossen zu sein den untergang zu proben. stimmt nicht. in vancouver haben ein paar skiasse goldmedallien für deutschland geholt. quasi haben wir (!) gold geholt. während das leben da draussen tobt mache ich mir ernsthaft sorgen um den mann, der aussieht wie heintz rudolph kuntze sein bruder. hoffenlich hat er einen platz gefunden zum unterstellen. sein brötchen to go ist bestimmt schon matschig.
ich sag ja, so ein tag kann nur gewinnen.
28.02.10

heute: nix.
01.03.10

ganz schön viel nix in letzter zeit.
heute war ein klarer, frischer und ausgesprochen schöner tag. arbeit war auch nicht viel und ich konnte mal früh nach hause gehen.
ich habe es noch geschafft meinen 12 jährigen sohn von der schule ab zu holen. der hat sich bedankt. – wer jemals einen 12 jährigen sohn hatte, der kann ermessen wie schön das ist.
nach dem essen bin ich in den garten gegangen und habe gewühlt. das war klasse. zum dank sind in der dämmerung noch ein paar kraniche über unser haus geflogen. und dieses mal wie eine eins, wie es sich gehört. weil es ziemlich kalt war heute, fiel abends ein leichter schnee. sie hatten es uns versprochen. macht nichts, der frühling kommt. die kraniche wissen es.
05.03.10

wieder ein schöner tag heute. zwanzig zentimeter schnee über nacht, der winter bäumt sich noch eimal richtig auf. und dann sonne. wie gemalt. ich habe alles stehen und liegen gelassen und bin in den wald. im winter besuche ich regelmäßig meinen freund, den schäfer. in diesem jahr hat das irgendwie nicht so richtig geklappt. heute war also der tag der wahl. ich bin da zu fuß hingegangen. was a: ein schäfer nicht versteht, b: die familie nicht versteht, c: die nachbarn nachdenken lässt, und im wald trifft man leute, die man auch jahre nicht gesehen hat. die staunen auch.
ich habe auch gestaunt, und zwar über all das schöne, das ich gesehen habe.
06.03.10

gestern nachmittag bin ich mit lucas noch zum schwimmen gefahren. der war etwas aus der puste beim sport, und für mich ist das bestimmt auch ganz sinnvoll. der will das wieder machen. nächste woche. schön.
auf dem hinweg sind über uns wieder kraniche richtung norden geflogen. ich konnte es mir nicht verkneifen und habe dem sohn gesagt, „guck mal, die kraniche fliegen nach norden, es wird frühling..“ und im gleichen moment dachte ich nur „au weia!“ doch der sohn sagte nur „cool“, sonst nichts. ich habe auch nichts gesagt, musste schließlich auto fahren.
heute morgen kommt der lucas wortlos zum frühstück und malt mir dieses bild auf: (Kraniche von unten aus dem Auto in der Kurve, von Lucas gesehen.)

dabei sagt er: „die haben sich bestimmt gerade eine neue eins gesucht“.
cool.
07.03.10

heute keine kraniche gesehen. lucas beim fechten, frustriert. meine erwachsene tochter will sich online bewerben und will eine meinung. super. eben machen. ich öffne die mail. mein antivirenprogramm springt an und meldet einen virus. na obersuper. bis ich merke, dass das werbung ist lasse ich meine festplatte scannen. obersuperdupersuper. der abend ist quasi gerettet.
08.03.10

das institut für kommunikation und ganzheitliche persönlichkeitsentwicklung favorisiert, wie es scheint, die mülltrennung. die sammeln flaschen. so kommt eins zum anderen.
das ist beruhigend.
10.03.10

nix.
11.03.10

heute war wieder alles weiss. helmut hat gestern wohl seinen teller nicht leer gegessen. in der zeitung steht, die vögel haben einen rückwärtsgang, den sie auch benutzen. wegen eisigem nordwind und so.
Andre´Heller hat in einem seiner lieder mal ein bundesland für ein pferd geboten.
Hans-Dieter Hüsch wollte lieber in einem sessel sitzen und dabei stundenlang auf einen punkt sehen.
ich kann mich momentan nicht entscheiden, wem ich folgen soll.
ansonsten die üblichen lügen.
12.03.10

es wird gar nicht gelogen. konversation, nettigkeiten, diplomatie – aber doch nicht lügen. so ein unappetitliches wort! pfui.
13.03.10

heute ist schon der 16.März und mir ist immer noch schlecht von alldem nicht gelogenen. jeder sieht so sein ding für sich. und das ist doch wahr. in der frühstückspause haben wir uns gepflegt über die dummheit der menschen aufgeregt. nein, nicht aufgeregt. mokiert hat man sich. es wurde angemerkt. ein apercu, oder wie man das schreibt. dabei wunderte man sich über kommunale entscheidungswege. niemand wusste wirklich, wer, was, wo, und wann zu sagen hat in der stadt.. entscheider und wasserträger wurden lustig durcheinander gewürfelt. über wen regen wir uns hier eigentlich auf?
dumme frage. niemand regt sich wirklich auf. uns geht es doch gut.
ich bin müde.
16.03.10

Purpel Schultz und Heinz Rudolf Kunze sind noch on top! stand so in der zeitung, und dann wird’s ja wohl stimmen. lang an dauernde diskussionen über sinn und unsinn von apostrophen und hochkommata(!) im deutschen schrift – sprachgebrauch hinterlassen hier eine ziemlich blutige spur. über die frage ob wird’s so geschrieben wird – oder nicht, habe ich fast die heutige anmerkung vergessen: ob h.r.k. sich wohl klar gemacht hat, dass der mann, der aussieht wie sein jüngerer bruder – der aber einen älteren eindruck hinterläßt – sich wahrscheinlich mit einem vermatschten brötchen to go in dieser kleinen großstadt verlaufen hat? schließlich hat h.r.k. hier abermals sein künstlerisches potential bewiesen, während sein (möglicherweise) jüngerer bruder – der älter aussieht – sich wahrscheinlich mit einem vermatschten brötchen to go in dieser kleinen großstadt verlaufen hat. fragen über fragen …
17.03.10

* André Heller: Platte (1970)

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From → Liebe

4 Kommentare
  1. Du bringst einen ja ganz schön durcheinander. Aber jede Geschichte für sich: Ein Gedicht.

    Gefällt 2 Personen

Trackbacks & Pingbacks

  1. [Alles mit links] nichts bleibt schön, als das erfundene * – #Literatur

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