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Fornika (revival)

30. September 2017

… du musst nur verstehen … wir ernten was wir säen.  *

Der Windmesser auf dem Nachbardach rast. Die großen Windräder – mittlerweile zwei Nummern größer – kommen immer noch näher. Sie umzingeln uns. Stehen sie still, so hört man sie auch nicht. Im Land ducken sich Biogasanlangen. Sind prall gefüllt. Sieht man nur beim zweiten Hinsehen. Die Dörfer riechen nach Jauche. Riecht man, wenn man draußen ist. Irgendwas stimmt nicht. Das Jahr war nicht gut.

Meine Leseliste wächst noch immer. Videos stapeln sich. Ich komme längst  nicht mehr nach. Ich horte alles im Bücherschrank. Da kommt immer noch was dazu, auch elektronisch. Ständig liegt etwas auf dem Schreibtisch. Im Bücherschrank ist noch Platz. Es gibt ja auch noch den Keller. Die Bookmarkliste lächelt mich gnadenlos an. Der ist es gleichgültig, wie sie sortiert ist. Belanglosigkeiten machen sich breit. In allem ist der Wurm.

Mehr nehmen. Ich gehe Fragen nach, während um mich herum Fakten geschaffen werden. Der Windmesser rast. Antworten sind akademisch betrachtet immer richtig. Nur die Richtungen sind unterschiedlich. Wer hat Recht? Das ist so beliebig. Am letzten Wochenende war schon wieder Wahl. Was wollen die? Worum geht es noch mal? Wer sind die? Was will ich und spielt das überhaupt eine Rolle hier?

Mehr nehmen versus … halb so allein. Diesem Antagonismus gibt es schon immer. Im Kopf geht mir eine Geschichte um. Ein Tausendfüßler fing an zu Überlegen mit welchem Bein er zuerst … So ist dann der Regenwurm entstanden. Ein platter Vergleich. Geschenkt. Möglicherweise machen jedoch diese Plattitüden das Rennen. Sie sind so einprägsam. Was war noch mal geil? Ahhh. Ich bin doch nicht, oder?!

Da macht man sich im Internet über den Titel Gedanken. Sollen sich Fornika nochmal anhören. Es geht um Wiederholung, Hamsterräder, Untergänge, Fragen und Antworten. Anders ausgedrückt: Es könnt alles so einfach sein, isses aber nicht. Jeder befindet sich im seinem Schächtelchen wieder, mehr oder weniger kommod. Es sind immer die gleichen Probleme: Liebe, Anerkennung, Verantwortung. Genau: Du mich auch.

Seinen Kurs finden, was sonst? Yeah Yeah Yeah. Bei Udo Lindenberg hiess es in Honky Tonky Show etwa: Papa und Mama schauen Krimi oder Quiz, und die Tochter ist da wo die Action is. Damals. Jetzt auch wieder im Kommen. Was bleibt ist wohl: … das Leben geht weiter wenn Wege sich teilen gibts nichts zu verzeihen …

Die fantastischen Vier: Fornika. 2007 Columbia Records/Sony BMG

Songs:
1 Mehr nehmen 3:58
2 Ernten was wir säen 4:14
3 Einfach sein 3:37
4 Yeah Yeah Yeah 3:47
5 Nikki war nie weg 4:03
6 Fornika 5:09
7 Du mich auch 3:00
8 Mission Ypsilon 5:24
9 Ichisichisichisich 4:11
10 Einsam und zurückgezogen 2:12
11 Flüchtig 5:14
12 Du und sie und wir 3:20
13 Was bleibt 5:41

Gehört für mich in jede Musiksammlung.

* Textzeile aus Song 2

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From → Musik, Sprache

3 Kommentare
  1. Da bin ich aber total Deiner Meinung

    Gefällt 1 Person

  2. Mir scheint, dass dieser ganze Überfluss auch an Pseudojournalismus und Fake News mir eine Angst einflösst, wie die Kreaturen der Hölle, die ausziehen nach der Suche nach Blut ! Vielen Dank, lieber Mick für diesen eindrücklichen Beitrag. Cari saluti Martina

    Gefällt 1 Person

Trackbacks & Pingbacks

  1. [Alles mit links] Fornika (revival) – #Literatur

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