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Was ist das hier?

„Das Ferkel hat den ganzen Adventskalender auf einmal leer gefressen. Und das im Alter von dreiundzwanzig Jahren.“*
Dies sieht auf den ersten Blick doch etwas empört aus, ist aber wohl eine sachliche Feststellung.
Eine Feststellung in dreierlei Hinsicht, wie mir scheint: **

1. Es hat sich ein Ferkel über einen Adventskalender hergemacht.
2. Der vorweihnachtliche Zeitmesser ist dadurch zur Gänze unbrauchbar geworden.
3. Der Delinquent hatte ein stattliches Alter von dreiundzwanzig Jahren erreicht.

Etwa zur gleichen Zeit begegnete mir Platons Höhlengleichnis. Dieses Gleichnis hat mich ebenso verstört und fasziniert wie die Geschichte mit dem Adventskalender.
Möglicherweise ist das Höhlengleichnis  ja tiefschürfender. Immerhin ist es locker zweitausend Jahre älter als Enzenzbergers ‚Versuch‘. Auf jeden Fall komme ich oft vom Einen auf das Andere, wie auch umgekehrt.
Inwieweit die Annahmen Enzensbergers tragfähig, eventuell erweiterbar oder aber zu verwerfen sind, bleibt mir zu fragen.  Welche Verbindungen zu Platon bestehen und wie schräg das alles ist, drängt sich naturgemäß des Weiteren auf. Oder: ist das alles gar nicht schräg (und wir gucken nur aus der falschen Richtung)? Man weiß es nicht. Noch nicht.
In jedem Fall: darum geht es hier. Um nicht mehr und um nicht weniger.

*Irrtümlich von mir als der allererste Satz erinnert. Aus: Christian Enzensberger, Größerer Versuch über den Schmutz. Hanser, München 1968; Deutscher Taschenbuchverlag, München, 1970; Ullstein
(Hanser hat es geschafft diesen grandiosen Titel noch einmal aufzulegen, also: Christian Enzensberger, Größerer Versuch über den Schmutz. Hanser, München 1968 2011 ISBN: 978 3 446 23763 6)
Das Zitat lautet in Wirklichkeit: Das Ferkel hat den ganzen Adventskalender auf einmal aufgepuhlt. Als erwachsener Mensch von dreiundzwanzig Jahren. Es ist in der neuen Auflage auf Seite 24 zu finden. Ich werde habe dieses wunderbare Buch in jedem Fall noch einmal genossen.

**es handelt sich hierbei zugegebenermaßen um eine erste (wenn auch späte) und höchst fragmentarische Analyse, die sicherlich noch weiter vorangetrieben werden muss. (Anm. d. V.)

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20 Kommentare
  1. Hier ein kleiner Link für dich, da ich deine Worte in ein Gesamtgedicht habe einfließen lassen und das sollst du schließlich wissen.https://mbeyersreuber.wordpress.com/2015/09/02/auszug-der-zweite-findesatz-kommentare-september-2014/
    Liebe Grüße und danke für diese Silben, Marion

    Gefällt 2 Personen

  2. mickzwo permalink

    Das ist sehr nett von Dir. Ich hatte Ihr schon geschrieben, wie und wo sie es finden kann. Es ist genau diese Nummer. Danke.

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  3. Ich freue mich, dass (wie ich vermute) Frau Knobloch eine Verbindung hergestellt hat, du meinem Blog folgt und ich schon in den Genuss kam, deinen herrlichen Kommentar zu lesen.
    Ein Gegenbesuch stand natürlich an und ich freue mich sehr, dich so gefunden zu haben! Schön, hier bleib ich 🙂

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  4. Immerhin mal jemande mit ideen und konezpt. like it

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  5. In Platons Höhle sitzen wir immer noch.

    Liebe Grüße

    Achim

    PS: Dein Avatar Bild erinnert mich an ein Bild, was von mir in ganz jungen Jahren aufgenommen wurde. Du kannst dir meine zwischenzeitliche Irritation vorstellen.

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    • mickzwo permalink

      Ich glaube nicht, dass wir den Auszug aus dieser Höhle noch erleben werden. Ich bin immer wieder fassungslos, wie diese Menschen gundlegende Dinge nur durch Beobachtung feststellen konnten.
      Wenn Du das komplette Bild zum Avatar sehen willst, dann hier: http://ernstzwo.wordpress.com/

      Liebe Grüße

      mick

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  6. Ich werde dich gleich in meine Blogroll aufnehmen. Ist das okay. Unser beider Blogs passen ja zusammen 🙂
    Liebe Grüße von stürmischen Küste Norfolks
    Klausbernd

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    • mickzwo permalink

      Es ehrt mich, danach gefragt zu werden. Das finde ich sehr schön.
      Vielleicht ist es Dir ja recht, wenn ich Dich zusätzlich noch in die Blogroll vom Fett/Anthrazit Bolg mit aufnehme. Das hat zwar vordergründig nichts mit Büchern zu tun. Es hat aber sehr wohl mit meinem Anliegen zu tun.

      Liebe Grüße
      mick

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      • Klausbernd permalink

        Na, das ehrt mich doch auch 🙂 Herzlichen Dank.
        Mit lieben Grüßen von
        Klausbernd und seinen beiden Buchfeen Siri und Selma
        Huch, bei deinem Fett/Anthrazit Blog sind wir noch gar nicht gewesen. Wird sogleich nachgeholt.

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  7. mickzwo permalink

    Moin, moin Henk!

    Dein Blog steht schon seit langem auf meiner Linkliste. War doch dieser Tucholsky einer von denen, die mir das Denken beigebracht haben. Wenn jetzt jemand, der so einen klasse Blog hat, mir eine Anmerkung wie Deine schickt, dann ist das schon eine Auszeichnug für mich. Der gute Tucholsky hätte sich vielleicht lustig darüber gemacht. Recht hätte er damit. Geht es doch einzig darum, dass niemand das Recht hat, einen anderen zu drangsalieren und dabei auch noch Schmerzen zu verursachen.
    Vielleicht sollte ich demnächst mal wieder „Schloss Gripsholm“ lesen. Das verscheucht so schön die bösen Geister, die überall lauern. Wir dürfen uns nicht von ihnen einschüchtern lassen, sonst haben die doch gewonnen.
    Ich danke Dir nicht nur für Deinen Kommentar, ich danke auch für Dein Blog. Nur das mit der Deutschen Sprache stimmt nicht. Du kommst ganz gut zurecht.
    Verbeugung!

    mick

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    • Ist Schloß Gripsholm wirklich geeignet zum Geister vertreiben? Ganz so „froh“ klingt die Beschreibung nicht…aber ich suche nach einem Buch gegen die Geister..immer mal wieder

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      • mickzwo permalink

        Es kommt sicherlich immer auf die Geister an, die vertrieben werden sollen. Ich habe „Schloß Gripsholm“ wirklich geliebt, weil es, unter anderen auch, eine leichte und liebenswürdige Liebesgeschichte ist. Der Tucholsky war ja ein politischer Mensch, und ist wohl letztlich auch daran gescheitert. Ich finde die Sprache ist frisch und modern. Die Probleme die dort behandelt werden sind für mich Zeitlos. Zwischendurch muss man sich immer klar machen, das Ganze spielt vor dem WK II. Man vergisst es, wie manches andere auch. Ich, jedenfalls, fand das Buch herrlich!

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  8. Moin aus dem Emsland

    Ich glaube ich lerne die Deutsche Sprache nie. Es ist nicht nur was du sagst aber auch wie es gesagt wird. Chapeau !

    Henk

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